Studie: Stärke von Herzinfarkten abhängig von Tageszeit
Studie: Stärke von Herzinfarkten abhängig von Tageszeit

Rund 280.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Herzinfarkt. Damit sind die Herzattacken eines der häufigsten Todesursachen in den Industrienationen. Schon vor längerer Zeit hat die Wissenschaft erste Indizien dafür gefunden, dass die “innere Uhr” das Herz eines Menschen beeinflusst. Nun entdeckte ein Forscherteam aus Spanien, dass der Intensitätsgrad eines Herzinfarktes in Abhängigkeit zum Tageszeitpunkt seiner Ereignung steht. Entsteht der Infarkt in den ersten Stunden des Tages, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Betroffene diesen gut übersteht. Grundlage der Untersuchung sind die Daten von rund 800 spanischen Patienten. Nachzulesen sind die Studienergebnisse in der britischen Zeitschrift “Heart”. 

Herzinfarkte morgens stärker

Das spanische Forscherteam hatte für ihre Analyse Daten von rund 800 Patienten einer madrilenischen Klinik ausgewertet, die zwischen 2003 und 2009 von einem Infarkt betroffen waren. Das Ergebnis: Bei Patienten, bei denen die Beschwerden zwischen sechs Uhr morgens und zwölf Uhr mittags auftraten, war der Infarkt um 21 Prozent stärker als bei Patienten, die den Infarkt am Nachmittag oder Abend erlitten.

Häufig Schmerzen im Brustbereich

Allgemein bedeuten Myokardinfarkte, wie Herzinfarkte auch genannt werden, ein akutes, meist lebensbedrohliches Ereignis, welches sich zu allererst mit einem plötzlich auftretenden, vergleichsweise lang anhaltenden Schmerz im Brustbereich ankündigt. Zudem berichten Betroffene auch von Schmerzen in Schultern, Armen, im Unterkiefer oder auch im Oberbauch, bevor die Herzattacke beginnt. Auch Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen stehen im Zusammenhang mit Myokardinfarkten. Bei entsprechenden Symptomen sollte umgehend der Notarzt alarmiert werden, da akute Lebensgefahr besteht und jede Sekunde zählt.

Rund drei Viertel Männer

Mehr als 75 Prozent der Studienteilnehmer waren Männer und nur rund ein Viertel Frauen. Das Durchschnittsalter lag bei 62 Jahren. Von den 811 Untersuchten erlitten allerdings nur 269 einen Herzanfall am Vormittag. Dennoch bestätige ihre Studie die Ergebnisse früherer Untersuchungen, bei denen ein signifikanter Zusammenhang zwischen der “inneren Uhr” des Menschen und dem gesundheitlichen Risiko von Herzproblemen festgestellt wurde, erklären die spanischen Forscher im Fachmagazin “Heart”.

Zweithäufigste Todesursache in Deutschland

Als Hauptrisikofaktoren bei einem Herzinfarkt benennen Mediziner Nikotin- und Alkoholkonsum, Diabetes, Bluthochdruck oder Störungen des Fettstoffwechsels. Zudem verstärken Stress, Übergewicht und auch Bewegungsmangel das Risiko im Laufe seines Lebens einen Herzinfarkt zu erleiden. Laut Statistischem Bundesamt liegen die Attacken an zweiter Stelle der Haupttodesursachen in Deutschland. Auch in anderen Industrienationen sterben überproportional viele Menschen in der Folge eines Infarktes.