Umfrage: Kassenpatienten wollen viel Leistung für wenig Geld
Umfrage: Kassenpatienten wollen viel Leistung für wenig Geld

In den Augen vieler Bundesbürger sollte die medizinische Versorgung in Deutschland bezahlbar bleiben. Abstriche bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden nur selten akzeptiert. Die Gfk Marktforschung Nürnberg befragte im Auftrag des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ 1.969 Personen ab 14 Jahren zu diesem Thema. Notwendige medizinische Leistungen sollen in jedem Fall von der jeweiligen Krankenkasse finanziert werden. Die Teilnehmenden wünschen eine Therapieübernahme im Krankheitsfall und zwar unabhängig von der dabei entstehenden Kostenbelastung. Nur bei unkonventionellen Therapieformen wie Homöopathie, Akupunktur oder auch Psychotherapien könnten die Befragten Einbußen hinnehmen.

Einschnitte bei Leistungen unbeliebt

Auch bei Beitragsstabilität sind finanzielle Einschnitte bei Versicherten unbeliebt. Drei Viertel der Befragten (74,9) sind der Ansicht, dass ihre Krankenkasse die medizinischen Kosten im Bedarfsfall übernehmen sollten. Besonders wenig Spielraum akzeptieren die Umfrage-Teilnehmer beim Zahnersatz: 95 Prozent sind nicht bereit auf Zuzahlungen in diesem Bereich zu verzichten.

Freiheit bei der Arztwahl bleibt wichtig

Auch in anderen Bereichen bestehen die Bundesbürger auf die Leistungen der Krankenkasse. 73,5 Prozent der 1.969 Teilnehmer sprechen sich gegen eine mögliche Praxisgebühr nicht mehr pro Quartal, sondern pro Arztbesuch aus. Auch die freie Arztwahl bleibt für die Mehrheit der Befragten essentiell. Knapp 90 Prozent (88,9 Prozent) lehnen einen von der GKV vorgegebenen Mediziner ab.  Eine Selbstbeteiligung bei Krankengymnastik und Massagen ist für 85,3 Prozent der Teilnehmer undenkbar. Zuzahlungen werden also auch hier nur in den seltensten Fällen hingenommen.

Kompromisse nur bei alternativen Therapien

Noch am ehesten würden die Umfrage-Teilnehmer auf die Beteiligung bei alternativen Gesundheitsleistungen verzichten. Vier von zehn (40,2 Prozent) der Befragten wären bereit, Einbußen bei Leistungen für homöopathische Behandlungen oder Akupunktur hinzunehmen. Für fast ein Viertel wäre es außerdem akzeptabel für Kuren (23,3 Prozent) und Psychotherapien (20,0 Prozent) aus eigener Tasche zu zahlen.

Berufung auf das Versicherungsprinzip

Die Ergebnisse der Umfrage ergeben, dass sich die Mehrheit der Teilnehmer auf das Versicherungsprinzip beruft. Als Mitglieder in der gesetzlichen Krankenkasse wünschen sie im Krankheitsfall die Kostenübernahme durch ihre Versicherung. Diese relativ einfache Sicht auf die Gesundheitsversorgung steht jedoch im Gegensatz zu den jüngsten Beschlüssen im Rahmen der Gesundheitsreform. Um die steigenden Gesundheitskosten und Beitragsstabilität auch zukünftig in Einklang bringen zu können, wurden neue Finanzierungskonzepte, wie der Zusatzbeitrag, geschaffen. Künftig werden Kassenpatienten mehr Geld für die Krankenversicherung zahlen müssen.

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