Weniger Schweinegrippe-Impfstoff: Länder sparen Millionen
Weniger Schweinegrippe-Impfstoff: Länder sparen Millionen

Die Verhandlungen zwischen Vertretern der Länder, des Bundes und des Impfstoffherstellers GlaxoSmithKline (GSK) fanden bereits Ende letzter Woche statt und hatten nach konstruktiven Gesprächen den Weg für einen Kompromiss in der Diskussion um den überschüssigen Impfstoff freigemacht. Nun wurden Details bekannt gegeben. Statt der vertraglich vereinbarten Abnahmemenge von 50 Millionen Einheiten müssen die Bundesländer nur noch 34 Millionen abnehmen. Davon werden zunächst aber nur 25 Millionen tatsächlich von GSK ausgeliefert. Die übrigen neun Millionen werden vom Hersteller eingelagert und bei Bedarf ins Ausland verkauft.

Lösung nur Kompromiss

Die niedersächsische Gesundheitsministerin und amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder Mechthild Ross-Luttmann (CDU) lobte die Lösung zwar als guten Kompromiss. Allerdings hatten sich die Länder ursprünglich mehr erhofft. Der Staatssekretär im thüringischen Gesundheitsministerium Hartmut Schubert hatte Ende Dezember eine Halbierung der Abnahmemenge gefordert, da zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung noch alle Beteiligten davon ausgingen, dass zwei Impfdosen zur Immunisierung gegen die Schweinegrippe notwendig seien. Nach der Erkenntnis, dass eine Impfung ausreichend ist, sei die Halbierung der Bestellmenge folgerichtig, so Schubert. Daraufhin hatte GSK auf die gültigen Verträge verwiesen.

Dennoch: Durch die Reduzierung der Abnahmemenge um 16 Millionen Impfdosen sparen die Länder rund 133 Millionen Euro. Vertreter beider Seiten lobten daher den Kompromiss. Annette Widmann-Mauz vom Bundesgesundheitsministerium sagte, die Lösung entspräche dem Bedarf der Länder. Schließlich müsse weiter gewährleistet sein, dass bei Bedarf 30 Prozent der Bevölkerung mit dem Serum versorgt werden können. Auch eine GSK-Sprecherin zeigte sich zufrieden und sprach von einer akzeptablen Lösung. Sie wies auf die Produktionskapazitäten hin, für die der Hersteller mehrere Millionen Euro investiert habe.

Impfstoff fürs Ausland

Nach dem Kompromiss werden allerdings immer noch große Mengen des Schweinegrippe-Impfstoffes im Überschuss produziert. Die im Kompromiss vereinbarte Auslieferung von 25 Millionen Dosen wird voraussichtlich schon im Februar 2010 abgeschlossen sein und für 30 Prozent der Bevölkerung ausreichen, so Ross-Luttmann. Hierbei sei allerdings noch gar nicht die schwache Resonanz der Impfkampagne in der Bevölkerung berücksichtigt.

Daher ist zu erwarten, dass mehr als die vereinbarten neun Millionen Impfdosen ins Ausland verkauft werden könnten. An dieser Stelle nahm Ross-Luttmann den Bund in die Pflicht, um den Verkauf zu koordinieren. Die Länder sollten damit nicht allein gelassen werden.

Impfung weiter empfohlen

Zwar flaut die Schweinegrippe in Deutschland derzeit weiter ab, doch laut Robert-Koch-Institut (RKI) sei die nächste Verbreitungswelle für die Monate Februar und März zu erwarten. Die Impfung sei neben den persönlichen Hygienemaßnahmen der wirksamste Schutz gegen das H1N1-Virus. Bis Anfang Januar waren laut Wochenbericht des RKI 215.881 Menschen in Deutschland an der neuen Grippe erkrankt, in 159 Fällen endete die Infektion tödlich.

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