„Ja, warum denn das schon wieder…?“, möchte man ausrufen. Welten lägen zwischen freien Reparaturbetrieben und Vertragswerkstätten, so das Ergebnis beim ADAC Werkstatt-Test in 75 Reparaturbetrieben.

Und da es um Qualität geht, ist es doch betrüblich, dass z.B. bei Bosch Car Service nur zehn der 25 getesteten Betriebe fehlerlos arbeiteten; erhielt ein Betriebe in Hamburg nur 17 von 100 möglichen Punkten. Eine Bewertung, die in 42 Jahren des ADAC Werkstatt-Tests nur selten so schlecht vergeben wurde.
Schwächer waren aber dann nur einzelne A.T.U.-Betriebe: hier seien 18 von 25 Filialen durchgefallen, auch wenn 88 Prozent der 25 geprüften Vertragswerkstätten alle Fehler gefunden hatten.

Durchweg „sehr gut“ haben Mercedes und Renault abgeschnitten, in Berlin hat demnach ein Mercedes-Betrieb sogar die vollen 100 Punkte erreicht. Mängel zeigten dagegen aber Audi, BMW und Volkswagen: was bei den Stichproben in fünf in deutschen Städten nach nach ADAC-Angaben dann heißt: einmal in Leipzig ein „befriedigend“; für BMW in Leipzig ein „ausreichend“ und für VW in München ein „gut“. Alle anderen Durchgänge wurden mit „sehr gut“ bewertet, wurden alle Fehler gefunden und so stimmte auch stets der Service.

Auffallend: wenig Sorgfalt beim Serviceumfang

War es zum einen eine mangelhaften Arbeitsleistung, durch die freien Werkstätten als schlecht auffielen, gelang es es nicht allen Betrieben, den Kfz-Typen den jeweils richtigen Serviceumfang zuzuordnen.
Zwar werde damit geworben, nach Herstellervorgaben zu arbeiten, doch fordert der ADAC die freien Werkstätten und Filialisten auf, deutlich und sorgfältig die korrekten Wartungslisten zu wählen. Dazu wird empfohlen, dass die Hersteller die Prozess und Informationen für ihre Wartungen und Reparaturen weiter standardisieren und auch voran bringen.

Und dann noch die Preise…

Da es beim Auto immer auch um die Kosten geht, machten sich auch hier große Unterschiede auf. So musste der ADAC wie früher schon erkennen, dass Motoröl bei Vertragswerkstätten an manchen Orten beinahe 100 Prozent teurer war als bei den „Freien“.
Im Wettbewerb und mit begleitendem Preisdruck lag dann wohl auch manche mangelhafte Leistung begründet. Kostete eine Stunde Inspektion für einen BMW 1er in der Markenwerkstat durchschnittlich 158 Euro, bei Bosch lediglich 75 Euro.

Beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ist man wegen der Ergebnisse zwar „selbstkritisch“, lehnt jedoch Pauschalurteile ab. Wer von nur 75 Betriebe teste, bei lediglich einem freien Werkstattsystem und einer Werkstattkette, dürfe bei 38.000 Kfz-Betrieben in Deutschland allenfalls eine Stichprobe, auch wenn der ZDK aufruft, die Mängel abzustellen.

Im Test waren die Modelle Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse sowie Renault Megane und Golf V über fünf Mängel getestet worden: ein verstelltes Scheinwerferlicht, eine defekte Kennzeichenleuchte, ein ausgehängter Auspufftopf, ein zu niedriger Kühlmittelstand und ein Ersatzrad mit zu wenig Reifendruck. Die Arbeit wurde mit 60 Punkten, der Service mit maximal 40 Punkten gewichtet. Punktabzug gab es für fehlende Serviceleistungen oder wenn Zusatzarbeiten ohne vorherigen Auftrag ausgeführt wurden.

So rät der ADAC allen Autofahrern, den Wagen zusammen mit dem Serviceberater anzuschauen und den Wartungsauftrag schriftlich zu erstellen.