Autobiebstahl
Autodiebstahl: Östliche Bundesländer sind besonders betroffen © panthermedia.net / Sergey Mironov

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat den Bundeslagebild der Kfz-Kriminalität für 2014 veröffentlicht. Für Kfz-Diebstähle ist dabei ein leichter Rückgang verzeichnet worden. Dies gilt für Personenkraftwagen sowie Lastkraftwagen. 

BKA veröffentlicht Zahlen aus dem Bundeslagebericht

Den vom BKA veröffentlichten Zahlen aus dem Bundeslagebericht ist zu entnehmen, dass im letzten Jahr insgesamt 18.549 Personenkraft- und 1524 Lastkraftwagen entwendet wurden. Die Zahl der PKW-Diebstähle verringerte sich um 4 Prozent, die der LKW-Diebstähle um 11 Prozent gegenüber dem Jahr 2013. Zu den meisten Diebstählen von Personenkraftwagen kam es im vergangenen Jahr in Berlin und Nordrhein-Westfalen mit jeweils etwas mehr als 4000 Fahrzeugen. Wird allerdings das Augenmerk auf die dauerhaft entwendeten Personenkraftwagen je 100.000 zugelassener Fahrzeuge gelegt, zeigt sich, dass der östliche Bereich von Deutschland besonders betroffen ist. Dies liegt vor allem an der räumlichen Nähe zu Polen und anderen osteuropäischen Ländern, in die die Wagen verschoben und verkauft werden.

Verschiebung auch in den Nahen Osten

Der vorherrschende Absatzmarkt für gestohlene Lastkraftwagen liegt nicht nur in Osteuropa, sondern auch in Zentralasien und im Nahen Osten. Die Lastkraftwagen werden, so BKA, vorwiegend über Landwege durch die Türkei nach Syrien oder durch die osteuropäischen Länder in die GUS-Staaten gebracht. 2014 wurden etwa 18.000 Täter identifiziert, die sich der Straftatbestände Unterschlagung, Diebstahl und Hehlerei von Kraftfahrzeugen schuldig gemacht hatten. Ungefähr 2/3 der Täter hatten die deutsche Staatsbürgerschaft, teilte das BKA mit.

Täterbanden sind gut organisiert

Der internationale Handel mit gestohlenen Kraftfahrzeugen wird vor allem von Täterbanden aus Polen und Litauen organisiert. Die Gruppierungen gehen dabei hochprofessionell vor und setzen nicht nur die Fahrzeugsperren und elektronische Sicherungen der Fahrzeuge außer Kraft, sondern fälschen auch Fahrzeugpapiere. Der Autobesitzer hat nur begrenzte Möglichkeiten, einen Diebstahl zu verhindern. Oftmals werden außerdem nicht die vollständigen Fahrzeuge verschoben, sondern die Fahrzeuge zuerst in Einzelteile zerlegt. Die Banden verkaufen Teile der Karosserie, Airbags oder Motoren dann beispielsweise über das Internet. Die Vorgehensweisen bei dem Diebstahl, Verschieben und Verkauf der Fahrzeuge lassen erkennen, so das BKA, dass die Banden umfassende logistische Kenntnisse haben und arbeitsteilig arbeiten. 2014 verstärkten die deutschen Polizeibehörden deshalb die Zusammenarbeit mit ihren internationalen Partnern wie beispielsweise den Landeskriminalämtern von Polen und Litauen oder auch Interpol und Europol. Ein von der EU gefördertes Projekt unterstützt und erweitert dabei die Ermittlungsmöglichkeiten der teilnehmenden Staaten. Durch die Kooperationsarbeit wird es der Polizei erleichtert, Straftäter grenzübergreifend schneller und leichter zu verfolgen.