Der Berliner Tagesspiegel hat in seiner Sonntagsausgabe die aktuelle Lage bei der Elektromobilität beleuchtet. Tenor: „Der Wettbewerb um das batteriebetriebene Auto verwirrt – Konzerne und Politik verlieren den Überblick“.

Eine ganze Zeitungsseite hat der Tagesspiegel diesem Thema gewidmet. Auf allen wichtigen Feldern im Bereich Elektromobilität ist Deutschland und die deutsche Autoindustrie abgehängt. Seien es die Elektroautos selbst, die Batterie-Technologie oder die flächendeckende Infrastruktur – überall sind amerikanische, europäische und asiatische Marken und Länder viel weiter. In einem hohem Maß an Realitätsverlust und Selbstüberschätzung scheinten Daimler, BMW und VW zu glauben, ganz vorne mit dabei zu sein. Experten sehen das ganz anders.

Der Tagesspiegel spricht davon, dass man angesichts der großen Vielfalt an Investitionsvorhaben, Zeitplänen, Kooperationspartner, Testfahrzeugen und Feldversuchen absolut den Über- und Durchblick verliert. Auch die Frage der Antriebstechnologie ist in Deutschland noch immer nicht geklärt. Jeder Hersteller behauptet, irgendwann das beste Elektroauto bauen zu können. Es wird also wertvolle Zeit damit vergeudet, ein perfektes Fahrzeug zu bauen, während man woanders schon die ersten Geschäfte macht.

Immerhin: Frau Merkel, die auch in diesem Bereich bislang jede strategische Weichenstellung vermieden hat, hat nun am 3. Mai 2010 zu einem großen Autogipfel eingeladen. Es soll eine Nationale Plattform Elektromobilität gegründet werden. Schon jetzt scheint klar: Auch dies wird eine Luftnummer sein, weil es weder Geld noch Macht geben wird. Und das, während andere Länder bereits Förderprogramme aller Art anbieten. Großbritannien gibt 5.700 Euro pro Elektroauto dazu, Spanien bis zu 6.000 Euro, Italien gibt 3.500 Euro dazu, Frankreich 5.000 Euro – und so weiter und so fort.

In China wird es bis zu 6.500 Euro pro Elektroauto dazu geben. Dort gibt es zudem bereits konkrete Infrastrukturmaßnahmen. Neue Städte und Stadtteile erhalten bereits genügend Stromtankstellen.