"Was ham Sie denn so alles dabei…?", muss sich ein Kraftfahrer fragen lassen, der während der häuslich nahen Autofahrt einen Schnurlos-Telefonhörer aus seiner Tasche zog. Nicht weit von seiner Wohnung hatte das Teil gepiepst, worauf er auf Empfang drückte und er es sich ans Ohr hielt.

Wer auf solche Weise versucht, seine häusliche Festnetzanlage zu nutzen, darf deswegen jedoch nicht bestraft werde, weil eine solche Handlung nicht gegen das Handyverbot verstoße. Eine Entscheidung des OLG Köln vom Oktober 2009 (AZ: 82 Ss-OWi 93/09), wie sie durch die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) publik wird.

Im strittigen Fall hatte ein Autofahrer auf das Piepsen des Mobilteils seiner häuslichen Festnetzanlage mit „dran gehen“ reagiert, obwohl er im Auto circa drei Kilometer von zuhause weg war. Dabei wurde er erwischt, worauf das AG Bonn ein Bußgeld von 40 Euro verhängte.

Handy contra Mobilteil!

Falsch, wie das OLG Köln befand! Denn Schnurlos-Telefone oder Mobilteile einer Festnetzanlage gelten nun mal nicht als Mobiltelefon oder als „Handy“, wie es der deutsche Sprachgebrauch kennt. Und wie man auch weiß, hat ein solches Haus-Schnurlos-Gerät ab einer Entfernung von 200 Metern zur Basisstation auch keinen Empfang mehr.
Wegen dieser räumlich reduzierten Einsatzmöglichkeit ist ein Gerät dieser Bauart zwar für die Fahrt ums Quartier noch denkbar für die vorgesehene Funktion, für einen Einsatz während des Fahrens jedoch ungeeignet. Darum also fällt es auch nicht unter das Handyverbot.
Mit der Begründung, dass eine versuchte Nutzung eines Festnetz-Mobilteils während der Fahrt schon nach kurzer Zeit als „unsinnig“ gelten muss und daher so gut wie nie vorkomme, sah das OLG auch keine ernsthafte Gefahr in der möglichen Ablenkung des Fahrers.
Einen Bedarf, das Handyverbots auszuweiten, besteht deshalb wohl auch nicht…Kein Anschluss unter dieser Nummer!