Die Befürchtung, die etliche Kfz-Experten im vergangenen Jahr hatten, ist wahr geworden: Die Abwrackprämie hat im Neuwagengeschäft zu einem Vorzieheffekt geführt: Etliche Interessenten haben im vergangenen Jahr die Chance genutzt, die staatliche Prämie zu kassieren – als Folge werden in diesem Jahr relativ wenige Neufahrzeuge gekauft.

Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilt, findet dennoch eine langsame Normalisierung des Marktes statt. Bisher bzw. in den ersten fünf Monaten des Jahres wurden in Deutschland insgesamt 1,18 Mio. Neufahrzeuge verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen deutlichen Rückgang dar, was aufgrund der Abwrackprämie nicht verwundert. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum beläuft sich auf 28 Prozent. Es wird prognostiziert, dass in diesem Jahr insgesamt 2,75 bei 3 Mio. Neufahrzeuge verkauft und zugelassen werden.

Besonders schwer vom Rückgang sind übrigens die ausländischen Autohersteller betroffen. Laut VDA mussten deren Marken einen deutlichen Rückgang verzeichnen, der sich auf ganze 43 Prozent beläuft. Die deutschen Autohersteller kommen noch vergleichsweise gut weg: Ihr Rückgang beläuft sich auf lediglich 30 Prozent.

Der schwache Inlandsabsatz könnte den deutschen Autohersteller vergleichsweise stark zusetzen. Allerdings haben die Unternehmen Glück: Das Exportgeschäft läuft in diesem Jahr vergleichsweise gut. Trotz globaler Wirtschaftsflaute gibt es zwei Märkte, die außerordentlich gut laufen bzw. auf denen Autos stark nachgefragt werden. Hierbei handelt es sich um den chinesischen sowie den nordamerikanischen Automarkt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Auslandsnachfrage auf diesen Märkten signifikant in die Höhe gestiegen. Im Vergleich zum Mai 2009 konnten die deutschen Autohersteller ihre Exporte um 46 Prozent auf rund 367.000 Fahrzeuge steigern.