Dass die Kfz-Versicherung teurer wird, war abzusehen. Die Preisschraube hatte sich aufgrund der erbitterten „Schlacht“ um Kunden so sehr gelockert, dass auf der anderen Seite die Schaden-Kosten-Quote zum Bersten nach oben geschnellt war. Sie liegt derzeit bei etwa 107 Prozent und damit knapp zwölf Prozent über dem Wert, der noch vor sechs Jahren zu Buche stand.

Damit wird dieses Jahr in puncto Autoversicherung besonders spannend. Erstmals müssen auch Bestandskunden tiefer in die Tasche greifen und haben damit ein Sonderkündigungsrecht. Die Vertreter der Allianz Kfz-Versicherung nehmen diesbezüglich kein Blatt vor den Mund. Sie sprechen von bis zu 15 Prozent höheren Beiträgen. Einige deuteten sogar einen Preissprung von 30 Prozent an und fürchten, aufgrund der Teuerung viele Kunden zu verlieren. Gegenüber der Financial Times Deutschland machte Allianz-Vorstandsmitglied Jens Lison deutlich, dass es sich im Schnitt um Anpassungen im einstelligen Prozentbereich handelt, die sich nach dem konkreten Risiko richten.

Einen branchenweiten Anpassungsbedarf sieht auch die HUK-Coburg. Der Branchenprimus (bezogen auf die Zahl versicherter Fahrzeuge) wird bei Neuverträgen und einigen alten Kfz-Versicherungstarifen kräftiger zulangen und künftig mit dem seit dem 1. April 2011 gültigen Tarif arbeiten. Alois Schnitzer, Pressesprecher der HUK-Coburg, spricht von einer „moderaten Anpassung“, ebenfalls im einstelligen Bereich.

Wie teuer die Autoversicherung genau wird, sehen die Kunden dann ohnehin erst auf der Rechnung, die im November oder Dezember ins Haus flattert. Versicherungsnehmer, die demnächst mehr bezahlen müssen, haben ein Sonderkündigungsrecht, von dem sie innerhalb eines Monats, nachdem sie über die neuen Konditionen informiert wurden, Gebrauch machen können. Sinn macht eine außerordentliche Kündigung allerdings nur, wenn vorher über einen Kfz-Versicherungsvergleich ermittelt wurde, ob es die gleiche Leistung bei anderen Gesellschaften tatsächlich günstiger gibt.