Autos sind keine Statussymbol mehr – sollen aber verfügbar sein. „Nutzen statt besitzen“ ist die neue Mobilitäts-Devise, die auch das Credo von Carsharing-Projekten wie Car2go von Daimler ist. Aber auch alternative Carsharing-Modelle sind auf dem Vormarsch. Diesen Entwicklungen muss sich auch die Autoversicherung anpassen.

Wenn sich das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ und die FAZ mit dem Thema Mobilität beschäftigen, gibt es immer die gleichen Kernaussagen: Der persönliche Autobesitz wird für immer mehr Menschen immer unwichtiger. Immer wichtiger werden flexible Lösungen für situationsangepasste Mobilitätsbedürfnisse. Parallel dazu verlieren Autos immer mehr an Glanz: Ein Auto wird immer weniger zum Statussymbol. 50% aller Jugendlichen finden Menschen, die ein großes Auto fahren, unsympathisch. Autos könnten sehr schnell aus der Mode kommen. Das sind die Gründe, warum Daimler so ein Projekt wie Car2go durchführt.
Jüngere Menschen verlangen nach mehr Flexibilität im Hinblick auf ihre eigene Mobilität. Je nach Mobilitäts-Bedarf möchten sie schnell und problemlos zwischen verschiedenen Automodellen und Nutzungspaketen umsteigen können – wie bei Handy-Tarifen. Die Frage ist, wie die Autoversicherung darauf reagiert.

Die Carsharing-Pionierin Robin Chase hat in einem Zukunfts-Special der FAZ Antworten auf diese Fragen gegeben. Frau Chase hat klassische Carsharing-Unternehmen beraten und aufgebaut. Nun beschäftigt sie sich mit Modellen, bei denen vorhandene Privatfahrzeuge von anderen Fahrern mitgenutzt werden. Für sie ist dies eine zwangsläufige Entwicklung, weil den Menschen – im Hinblick auf Klimawandel und Erdölvorräte – die Zeit davon läuft. Die Menschen müssen ihre Autonutzung ändern. Mit nutzungsorientierten Bezahlmodellen beim Carsharing werden sie gezwungen, ihre Autonutzung zu überdenken: „Wenn es einen zehn US-Dollar kostet, ein Eis kaufen zu fahren, wird man das vermutlich nicht tun.“

Frau Chase verwies darauf, dass Autoversicherungen sehr große Probleme haben, sich auf diese neuen Formen der Mobilität einzustellen. Denn wenn eine Autoversicherung pro Jahr und mit einem Eigentümer oder Fahrer pro Auto verkauft werden, stimmt dies mit den Bedürfnissen der Menschen nicht mehr überein. Denn: Man möchte nur noch bezahlen, was man auch fährt. Wenn man nicht fährt, ist eine Autoversicherung wenig sinnvoll.