E-Autos
Verbesserte Technik zum Laden von Elektroautos © panthermedia.net / Fabio Berti

In Großbritannien ist die Akzeptanz für Elektroautos zwar groß, doch die Anzahl der Ladestationen hierfür eher klein. Sogar in der Hauptstadt London sind zu wenige Ladestationen vorhanden oder die Ladesäulen sind beschädigt und damit unbrauchbar. Aus diesem Grund stagniert der Elektroautomarkt, obwohl die Regierung bis vor Kurzem den Kauf noch mit einer geringeren Kfz-Steuer gefördert hat. Eine neue Technologie soll jetzt Abhilfe schaffen.

Umrüstung zum Electric Highway

Jetzt soll das Problem mit den Ladestationen ein Ende finden, denn Highways England, jenes Unternehmen, welches die Autobahnen in England betreibt, will eine Technologie testen, mit welcher E-Autos während der Fahrt aufgeladen werden und damit der Einsatz von Ladestationen hinfällig würde. 18 Monate soll der Test andauern. Die Autobahn wird mit Streifen zu einem „Electric Highway“ umgerüstet. Vorerst geschieht dies zwar auf nicht öffentlichen Straßen, das Potenzial für das reguläre Straßennetz sei jedoch sehr groß.

Dadurch sollen Elektroautos auch für die breite Masse interessant werden. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Tests beginnen, derzeit sucht man noch ein passendes Unternehmen, welches die Teststrecke betreibt. Andrew Jones, der britische Verkehrsminister, sieht diese Möglichkeit, Niedrigemissionsfahrzeuge während der Fahrt aufzuladen, als aufregend und spannend an. „Das schaffe Arbeitsplätze und Wachstum“, so Jones.

Technik mit Erfolg erprobt

Was in Großbritannien jetzt getestet werden soll, ist in Deutschland schon geschehen und hat durchaus auch funktioniert. Im Emsland, auf Teilen der ehemaligen Transrapid-Strecke haben Forscher des IFA (Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung), das Aufladen von Elektroautos bereits erfolgreich getestet und demonstriert. In den Autos und in der Fahrbahn wurden Spulen eingebaut, durch welche Strom fließt und ein dadurch ein magnetisches Feld entsteht. Kommen die Spulen im richtigen Abstand zusammen, wird der Akku durch fließenden Strom aufgeladen. Das gleiche Prinzip findet man zum Beispiel auch im Induktionsprinzip von elektrischen Zahnbürsten.

Der Leiter der Entwicklungen, Felix Horch, sagte dazu, dass die Forschung noch am Anfang stünde. So habe das Prinzip bei einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern schon Erfolge gezeigt, höhere Geschwindigkeiten bis 200 km/h seien aber durchaus denkbar. Dafür müssen die in der Fahrbahn befindlichen Spulen immer in der richtigen Geschwindigkeit aus- und eingeschaltet werden, wenn das Auto hinüberfährt. Dabei spricht man dann von der dynamischen Induktion. Siemens forscht dazu auch an Oberleitungen für Lastkraftwagen. Diese wären billiger als die Spulen in der Fahrbahn, haben jedoch ästhetische Nachteile.