In dieser Woche brachte der Online-Ableger von „Autobild“ eine kleine Skandalmeldung, die im Grunde genommen schon seit langer Zeit bekannt ist. Es geht um die Angaben der Autohersteller zum Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge. Nicht selten kommt es vor, dass Autofahrer die vom Hersteller angegebenen Werte einfach nicht erreichen und teilweise sogar deutlich mehr Kraftstoff verbrauchen. Laut „Autobild“ muss dies nicht zwingend am Autofahrer selbst liegen – stattdessen sollen die Angaben der Autohersteller nicht allzu zuverlässig sein.

Zur Untermauerung der Aussage führt das Automagazin die Verbrauchswerte hunderter Fahrzeuge heran, die eigenständig im Rahmen von Fahrzeugtests ermittelt wurden. Das Ergebnis ist eine Top-100-Liste, in welcher die Autos mit der größten Abweichung zwischen Werksangabe und tatsächlichem Verbrauch aufwarten.

Überraschend dürfte für etliche Autofahrer die Tatsache sein, dass sich in der Liste zahlreiche Fahrzeugmodelle finden, die von namhaften Autoherstellern bzw. sogar Premium-Herstellern stammen. Ganz egal ob Audi, BMW, Mercedes oder Porsche – alle namhaften Autohersteller sind in der Liste vertreten. Diesbezüglich ist anzumerken, dass die 100 aufgeführten Fahrzeugmodelle mit einer Verbrauchsabweichung von mehr als 20 Prozent aufwarten. Rund die Hälfte aller aufgeführten Autos verbraucht zwischen 20 und 25 Prozent mehr Kraftstoff als von den Herstellern angegeben. Nach oben gibt es keine Grenzen: Den Spitzenplatz in der Liste belegt ein Audi Cabrio, das einen Mehrverbrauch von 38,96 Litern aufweist.

Autofahrer sollten deshalb beim Autokauf gut aufpassen. Wer den Verbrauchsangaben der Hersteller blind vertraut, geht es ein Risiko ein: Womöglich könnte das Auto aufgrund des Mehrverbrauchs zu einer Enttäuschung werden.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die Abweichungen von den Werksangaben auf mehrere Ursachen zurückzuführen sind. Neben der Fahrweise wird der Kraftstoffverbrauch auch von der Fahrzeugausstattung stark beeinflusst. Die Testfahrzeuge der Autohersteller sind in der Regel äußerst karg ausgestattet, um somit weniger Gewicht auf die Waage zu bringen. Wer sich für eine Vollausstattung entscheidet, muss zwangsläufig damit rechnen, dass damit die Verbrauchswerte steigen.