Unfall
12 Prozent der Verkehrstoten waren Fahrradfahrer © panthermedia.net / Andriy Popov

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilte in einer Pressemitteilung die Daten der Erhebung zu Fahrradunfällen für das Jahr 2014 mit.  Die Zahl der Radfahrer, die im Straßenverkehr in Deutschland zu Schaden kam, ist im Vergleich zu den Vorjahren leicht angestiegen. Bei 12 Prozent der Verkehrstoten handelt es sich um Radfahrer. 

Rund 400 Radfahrer starben bei Verkehrsunfällen

Im Jahr 2014 starben laut der Meldung des Amtes auf Deutschlands Straßen 396 Radfahrer bei Verkehrsunfällen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, machen Radfahrer damit zwölf Prozent aller Verkehrstoten aus. Die Zahl der Verkehrstoten stieg in diesem Bereich im Vergleich zu 2013 um 42 Personen an. Innerorts passierten 58 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle. Rund 57 Prozent der tödlich verletzten Radfahrer seien mindestens 65 Jahre alt gewesen. Außerdem wurden bei Verkehrsunfällen 77.900 Radfahrer verletzt, davon 14.500 schwer. Die Zahl der Verletzten stieg damit im Vergleich zum Vorjahr sogar um circa 6000 an. Destatis-Experte Gerhard Kraski äußerte, dass insgesamt ungefähr 85.000 Radfahrer in Verkehrsunfälle verwickelt gewesen sind.

Zahl der Verletzten vermutlich viermal höher

Oft sieht man ungeschützte Radfahrer oder Fahrräder mit Sicherheitsmängeln. Viele Radbegeisterte verzichten außerdem auf einen Helm. Sie werden dadurch leichter verletzt, doch melden dies nicht immer der Polizei. Meist behandeln die Radfahrer leichtere Verletzungen selbst. Siegfried Brockmann, Unfallforscher der Versicherer, schätzt aus diesem Grund, dass die Zahl der Radfahrer, die im Straßenverkehr verletzt wurde, noch viermal höher ist als in der amtlichen Statistik angegeben. Angesichts der wachsenden Gruppe der Fahrradfahrer auf den Straßen sieht Brockmann in den Zahlen dennoch einen positiven Trend.

Auch PKW-Fahrer tragen Unfallschuld

Laut einer Studie, die von dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) innerhalb eines Projekts der Unfallforschung der Versicherer (UDV) durchgeführt wurde, tragen bei 91 Prozent der innerörtlichen Abbiegeunfälle die PKW-Fahrer die Schuld. Bei 33 Prozent der Fälle vergaßen die PKW-Fahrer den Schulterblick. Die häufigste Unfallursache auf Seiten der Radfahren ist mit 17 Prozent das Fahren auf der falschen Straßenseite. Außerdem führt eine mangelnde Beleuchtung zu weiteren Unfällen. Bei 7 Prozent der Unfälle fuhren die Radfahrer unter Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Bessere Infrastruktur kann Unfälle vermeiden

Nach Brockmann sei es wichtig die Infrastruktur auszubauen, damit sich Radfahrer und Autofahrer besser sehen können. Hierfür müssten Radwege und -streifen ausgebaut und Kreuzungen übersichtlicher gebaut werden. Außerdem sollten sich Radfahrer an die Straßenverkehrsordnung halten, um Unfälle zu vermeiden. Ein Helm kann zum Lebensretter werden. Denn auch so könnten einige tödliche Unfälle vermieden werden.