Vor nicht allzu langer Zeit waren Kraftfahrer noch mit anderen Kfz-Kennzeichen unterwegs. Doch im Rahmen der sogenannten Kreisgebietsreform wurden viele Kennzeichen angepasst. In zahlreichen Regionen wurde das Kennzeichenkürzel so verändert, dass es nicht mehr auf die Kreisstadt, sondern auf den jeweiligen Landkreis schließen lässt.

In Thüringen und Sachen haben sich Bürger und Politiker für die Rückkehr zu den alten Kennzeichen stark gemacht. Das Engagement der beiden Bundesländer hat sich bezahlt gemacht: Auf einer Konferenz der Landesverkehrsminister hat man sich mehrheitlich zu dieser Idee bekannt. Auch Bundesverkehrsminister Ramsauer ist für den Vorschlag offen. Wie die „Welt Online“ schreibt, hat der Minister nichts gegen eine Rückkehr zu alten Kennzeichen einzuwenden, solange dadurch keine zusätzlichen Verwaltungskosten entstehen.

Weil man in den Reihen der Politik für dieses Thema so aufgeschlossen ist, wäre ist es aus Sicht von Verkehrs- und Politikexperten in der Tat denkbar, dass eine Rückkehr zu alten Kennzeichen bzw. deren Kürzeln erfolgt. Diese sollen die heutigen Kennzeichen jedoch nicht ablösen, sondern schlichtweg ergänzen. Sofern die alten Kennzeichen tatsächlich wieder aufleben, würden mehr als 300 weitere Kürzel erscheinen. Dass sich die Verkehrspolitiker für dieses Thema so offen zeigen, begründen sie mit der identitätsstiftenden Wirkung: Über das Kennzeichen wird ein stärkerer Bezug zur jeweiligen Region hergestellt.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die allerdings nicht aus den Reihen der Politik kommen. Es hat den Anschein, als ob sich keine Politiker gegen dieses Thema stark machen wollen. Vielmehr sind es schlichtweg Bürger, die keinen Sinn in der Rückkehr zu den alten Kürzeln erkennen. Wenn man die Kommentare auf Zeitungsseiten und Blogs liest, wird relativ schnell deutlich, dass die Reaktivierung alter Kennzeichen von vielen Personen belächelt wird. Aus ihrer Sicht gibt es wichtigere Verkehrsthemen als die alten Kennzeichen.