Als die Wirtschaftskrise nach Europa kam, war Saab einer der ersten Autohersteller, der schnell zum Pleitekandidaten wurde. Experten sahen das Unternehmen damals vor dem Aus stehen, als unerwartet die niederländischen Spezialisten von Spyker einstiegen, um den schwedischen Autohersteller zu sanieren.

In Schweden setzte man große Hoffnungen in Spyker – es wurde gehofft, dass die Niederländer erfolgreich sind und die traditionsreiche Automarke wieder auf die Spur bringen. Allerdings wollten die Schreckensmeldungen nicht abreißen: Immer wieder machten Nachrichten die Runde, in denen von finanziellen Problemen die Rede war. Im April dieses Jahres musste der Autohersteller dann sogar erstmalig die Produktion aussetzen, weil Zulieferbetriebe keine weiteren Komponenten mehr lieferten.
Um frisches Kapital in die Unternehmenskassen zu spülen, veräußerte der neue Eigentümer seine eigene Sportwagensparte. Auf diesem Weg konnten rund 15 Mio. Euro erzielt werden. Allerdings sollte diese Finanzspritze nicht lange halten – mittlerweile wurde von Saab Gläubigerschutz beantragt. Auf diese Weise erhoffte man sich, das Unternehmen unter Aufsicht eines Verwalters sanieren zu können. Allerdings war für das Gericht nicht ersichtlich, wie sich Saab noch sanieren und somit retten kann. Der Antrag wurde abgelehnt, weshalb das Unternehmen so gut wie insolvent ist.

Sollte es dem Management von Saab nicht gelingen, ganz schnell frisches Kapital aufzutreiben, könnte die Automarke in der Tat schon bald Geschichte sein. Ein wenig Hoffnung existiert noch: Zwei chinesische Autohersteller hatten hohe Finanzspritzen zugesagt – allerdings weiß niemand, ob dieses Geld je fließen wird. Das größte Problem besteht darin, dass die chinesischen Behörden dem Investment erst noch zustimmen müssen. Ob und wann eine solche Zustimmung kommt, ist ungewiss.