Mehr oder weniger? Plus oder minus? Rauf oder runter…? – Wie oft muss man sich im Geschäftsleben oder auch als Verbraucher der Grundrechenarten oder des Prozentrechnens erinnern, um zu dem zu gelangen, was man sich „ökonomisch“ vorstellt und haben will?

Geht es um den „merkantilen Minderwert“, ist dieser grundsätzlich nach § 287 ZPO und nach Einzelfall zu schätzen. Zu den Kriterien zählen dann eben Fahrleistung, Alter, Zustand, Art des Schadens und auch eventuelle Vorschäden, die Zahl der Vorbesitzer und gegebene Werterhöhung durch die Reparatur sowie die konjunkturelle Lage. Und schließlich kann ein Gericht frei ermessen, ob auf der Grundlage ein Sachverständigengutachtens geschätzt wird.

Im strittigen Fall vor dem AG Berlin-Mitte wurde dem Kläger eine weitergehende merkantile Wertminderung dann auch verweigert (März 2010; AZ: 114 C 3146/08). Die Justiz war der Auffassung, dass für eine Wertminderung allein die Höhe der Reparaturkosten, das Alter des Fahrzeugs, die Fahrleistung und das Image der Marke maßgeblich seien, nicht aber der gewählte Reparaturweg.

Kam der Kläger noch auf einen Wert von 1.200 Euro, setzte die Beklagte eine Wertminderung von nur 500 Euro an. Ihre Begründung: Es handle sich beim Fahrzeugschaden ja nur um einen geringen seitlichen Schaden. Bei der Beweisaufnahme entschied das Gericht über das Sachverständigengutachten, bei dem sämtliche wertbeeinflussenden Faktoren berücksichtigt wurden und ein Wertbereich zwischen 384 Euro und 1.137 Euro herauskam.
Bei diesem Einzelfall legte sich dann auch der Sachverständige auf 500 Euro fest, die die die Beklagte bereits gezahlt hatte. Als juristisches Ergebnis wurde folglich die Klage auf weitere Wertminderung abgewiesen. Beim Anspruch auf Ersatz der Mietwagenkosten erhielt der Kläger für die Dauer der Reparatur nach Schwacke 2006 und der ersparten Eigenkosten immerhin noch 15 vom Hundert.