Stolz beim neuen Fahrzeughalter und Besitzer, wenn auch das neue Fahrzeug zu deutlichem Anteil finanziert ist, unter Eigentumsvorbehalt steht und der Brief noch bei der Bank liegt. Was aber, wenn kurze Zeit auf die Neuzulassung ein Unfallschaden eintritt? Wie das Amtsgericht Köln entschieden hat, das jetzt als Urteil publik wurde (Januar 2011, AZ: 263 C 386/10), kann dem Fahrzeug (dem Halter) eine Wertminderung von 20 Prozent des Netto-Reparaturaufwandes zuerkannt werden.

Im strittigen Fall hatte das AG über einen erst drei Monate alten Pkw zu entscheiden, an dem ein Schaden von 3.350 Euro entstanden war und bei dem der Wiederbeschaffungswert 32.800 Euro hoch war. Weil nun der Schaden mit einem Zehntel des ursprünglichen Fahrzeugwertes als „erheblich“ galt, sah der Richter eine „merkantile Wertminderung“ von 400 Euro als zu gering an, da ein eventuell späterer Käufer einen „beträchtlichen Abschlag“ vornehmen würde.
Ein Abschlag von 750 Euro galt dagegen dem Gericht als zu hoch, da der Schaden im Rahmen eines normalen Reparaturumfangs zu beheben war. „Salomonisches Urteil“: 20 Prozent der Nettoreparaturkosten müssen als angemessen gelten.

Aus der Begründung

Der Klägerin steht gegen die Beklagte über die 400 Euro hinaus ein Anspruch auf eine weitere Wertminderung zu, die in Höhe von 20 Prozent der Netto-Reparaturkosten – also 670 Euro -, auch wenn die für eine Wertminderung entwickelten Methoden berücksichtigt werden, als angemessen gelten muss. Dies auch deshalb, weil der Pkw der Klägerin zum Unfallzeitpunkt gerade knapp drei Monate zugelassen war und weniger als 10.000 Fahr-Kilometer hatte. In diesem Sinne handelt es sich bei Reparaturkosten von 3.350 Euro um einen „nicht unerheblichen offenbarungspflichtigen Schaden“, woraus sich die Klägerin im Falle der Weiterveräußerung eines so relativ neuen Fahrzeuges einen beträchtlichen Abzug vom Wiederbeschaffungswert in Höhe von 32.800 Euro gefallen lassen musste. Deshalb erscheint eine Minderung von 400 als zu gering bemessen, eine Wertminderung von 750 Euro jedoch als überhöht, weil es sich nach eingeholtem Sachverständigengutachten um einen Schaden handelte, der im normalen Umfang zu beheben war.