AOK und IKK Niedersachsen fusionieren zum 1. April
AOK und IKK Niedersachsen fusionieren zum 1. April

Die Fusion der AOK Niedersachsen und der IKK Niedersachsen wird wie geplant zum 01. April 2010 erfolgen. Nachdem vergangene Woche bereits das Bundeskartellamt und das Bundesversicherungsamt dem Zusammenschluss zugestimmt hatten, willigte jetzt auch das niedersächsische Sozialministerium ein. Durch die Fusion wird die Rechtsnachfolgerin AOK Niedersachsen um etwa 285.000 Versicherte wachsen und zukünftig etwa 2,45 Millionen Mitglieder betreuen. Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) kann dadurch ihren bisherigen Status als Marktführer in Niedersachsen bzw. als achtgrößte Krankenkasse Deutschlands ausbauen und über einen Jahresetat von knapp 7,3 Milliarden Euro verfügen. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Niedersachsen, Dr. Peter Jürgen kündigte bereits neue Pläne im Handwerksbereich an. Die Fusion der zwei niedersächsischen Krankenversicherer wird nicht die letzte bleiben: Experten gehen zukünftig von einer drastischen Kürzung der gesetzlichen Krankenkassen aus.

Trotz Fusion kein Zusatzbeitrag

Auch nach der Fusion haben die Versicherten für 2010 keine Zusatzbeiträge zu befürchten haben, so eine Pressemitteilung der AOK Niedersachsen. Grund dafür sei ein solider Überschuss von 69 Millionen Euro am Ende des vergangenen Jahres. Auch Jürgen Peter zeigte sich zuversichtlich und hält die kassenübergreifende Fusion für eine zukünftige Erfolgsgeschichte. Laut Peter würden sich beide Kassen in puncto Geschäftsstellenpolitik, Unternehmenskultur und gesundheitspolitischer Ausrichtung gut ergänzen. Zudem seien AOK und IKK im Handwerk verwurzelt und damit verbunden, erklärte der Vorsitzende.

Neue Pläne für Handwerkssektor

Die erste konstituierende Sitzung des Verwaltungsrates soll erstmalig am 8. April 2010 stattfinden. In Zukunft möchte die AOK besonders für den Handwerkssektor neue bedarfsgerechte Gesundheitsangebote entwickeln. Dazu soll unter anderem ein neuer Handwerkerbeirat gegründet werden, kündete Jürgen Peter an. Zum Fusionsablauf sagte Peter, die Zusammenführung der Haushalte, der Organisation und der Datenbestände liege voll im Zeitplan. Auch die personalwirtschaftliche Verschmelzung würde gut vorankommen. Man hätte unter der Einbeziehung der Personalräte und der Gewerkschaften gute Regelungen finden können.

Fusionen werden zunehmen

Laut Experten werden Fusionen unter den gesetzlichen Krankenversicherungen auch in Zukunft stark zunehmen. Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young ergab kürzlich, dass die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen in den nächsten fünf Jahren auf ein Drittel sinken könnte. Demnach dürften bis 2015 etwa noch 50 Krankenkassen auf dem Markt übrig bleiben.

Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz Ingo Kailuweit unterstützte diese Tendenzen. Nach seiner Auffassung werde sich die Zahl der bisher 169 Krankenkassen dauerhaft bei etwa 30 bis 50 Kassen einpendeln. Kailuweit spricht sich für die drastische Reduzierung der gesetzlichen Krankenversicherungen aus: Man bräuchte große Kassen, die das Geschäft verstehen und auf Augenhöhe mit den Leistungserbringern Verhandlungen führen könnten, so der Vorsitzende der KKH-Allianz.

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