Der französische Versicherer Axa will in Deutschland bis 2015 insgesamt 1.600 der 9.700 Vollzeitstellen streichen. Dies bekräftigte Frank Keuper, deutscher Axa-Vorstandschef am Montagabend in Köln. Der Grund: Der Stellenabbau sei Teil eines Rekrutierungsprogrammes, mit dem Axa in Deutschland in den nächsten Jahren 220 Millionen Euro drücken will. Dies solle aber sozialverträglich geschehen. Die Pläne des Vorstands lägen nun zur Verhandlung beim Betriebsrat. Bis 2014 gelte allerdings noch eine Betriebsvereinbarung, die solche betriebsbedingten Kündigungen ausschließt, hieß es weiter. Im Bereich der privaten Krankenversicherung zählt die Axa Krankenversicherung AG zu den viertgrößten PKV-Anbietern in Deutschland. Bei dem Versicherer arbeiten bundesweit insgesamt rund 11.200 Menschen.

Jede sechste Stelle in Deutschland gestrichen

Erst nach der Übernahme von DBV-Winterhur 2007 hatte Axa 1.200 Stellen gestrichen. “Ob wir wachsen oder nicht, wir müssen effizienter werden, um unsere Wettbewerbssituation zu halten, begründete Keuper den Stellenabbau. Das Unternehmen wolle “aus einer Position der Stärke heraus” mehr Abläufe automatisieren, um den Preiskampf zu bewältigen, so Keuper weiter.

Abbau soll “sozialverträglich” ablaufen

Die Arbeitnehmervertreter verlangen nun, dass die Streichung ohne Kündigungen verläuft. “Wenn der Abbau über eine natürliche Fluktuation und attraktive Vorruhestandsbedingungen läuft, ist eine friedliche Lösung vorstellbar“, sagte Gesamtbetriebsratschef Herbert Mayer gegenüber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. “Wir sind im Moment im Gespräch mit dem Betriebsrat”, berichtete der Versicherer weiter. Bis 2014 gelte ohnehin noch die Vereinbarung mit den Gewerkschaften. Zudem versicherte Keuper, dass der Abbau in geordneten Bahnen verlaufen werde, indem etwa freiwerdende Stellen nicht wiederbesetzt würden.

Gewinneinbußen gegenüber dem Vorjahr

Für 2011 rechnet der Vorstandschef aber mit einem verbesserten operativen Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr (367 Millionen Euro). Der Gewinn werde aber höchstwahrscheinlich unter dem Niveau von 2010 von 413 Millionen Euro liegen. Als Grund nennt Keuper dabei die Abschreibungen von bis zu 200 Millionen Euro für Griechenland-Marktwerte bei den Kapitalanlagen. Bei den Beitragseinnahmen geht er aber von einem Wachstum von bis zu zwei Prozent auf etwa 10,6 Milliarden Euro aus. Während die Bereiche Krankenversicherung und Schaden/Unfall zulegten, verbuchte die Lebensversicherung rückläufige Einnahmen.

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