Barmenia-Chef Beutelmann verteidigt System der PKV
Barmenia-Chef Beutelmann verteidigt System der PKV

Die Debatte um die Zukunft der privaten Krankenversicherung (PKV) nimmt kein Ende. Durch steigende Beiträge und Gerüchte um vermehrte Wechsel in die GKV wird die Anzahl der Kritiker des bisherigen Systems immer größer. Während die einen für Veränderungen in Form von Reformen plädieren, wünschen andere gar eine komplette Abschaffung der privaten Krankenversicherungen heutigen Bildes. Die zahlreichen Vorwürfe der jüngsten Zeit weist der Vorstand der Barmenia Krankenversicherung, Josef Beutelmannnun, aber entschieden zurück. “Wir fühlen uns nicht am Ende”, sagte er in einem Interview gegenüber der Westdeutschen Zeitung. Ganz im Gegenteil: Das letzte Jahr sei wirtschaftlich das erfolgreichste in der Geschichte des privaten Unternehmens gewesen.

“Das beste System weltweit”

Aus der Perspektive der Versicherten sei laut Beutelmann allein die Dualität im Krankenversicherungssystem das Beste. “Ich möchte sogar behaupten, wir haben das beste System weltweit”. Allein durch diesen Wettbewerb sei es möglich, medizinisch das Beste anzubieten. Die Versicherten würden sich dafür in beiden Bereichen gut betreut fühlen, auch wenn dies für die etwa elf Prozent privat Versicherten noch etwas mehr gelten würde. Gleichzeitig hebt der Barmenia-Chef hervor, dass auch die gesetzlich Versicherten von diesen Leistungen profitieren, da die PKV beispielsweise medizinische Geräte in Praxen oder Kliniken mit finanzieren würden.

Kritik gegen PKV ungerechtfertigt

Dass die privaten Versicherer vor allem aufgrund ihrer Beitragsanpassungen mit vielen Vorwürfen vor allem seitens Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen konfrontiert wurden, hält der Vorstandsvorsitzende für ungerechtfertigt. Schließlich gebe es auch in der GKV Beitragserhöhungen, die aber anders als in der PKV kaum thematisiert würden. So wurde beispielsweise der Beitragssatz zu Beginn des Jahres 2011 auf 15,5 Prozent erhöht. Allein das sei schon ein Anstieg um vier Prozent. 

Barmenia: Voraussichtlich keine Beitragsanpassungen in 2012

Zudem dürfe man nicht vergessen, dass bei jeder Gehaltserhöhung, bei jedem Tarifabschluss die GKV automatisch durch Mehreinnahmen profitiere, so Beutelmann weiter. Die Beitragserhöhungen des Krankenversicherers mit Sitz in Wuppertal lagen 2011 durchschnittlich bei 4,3 Prozent. Allerdings rechne die Barmenia in diesem Jahr mit keinen weiteren Anpassungen im Bereich der privaten Krankenvollversicherung.