Pflege
Pflegereport untersucht Belastungen © panthermedia.net / Katarzyna BiaÅ asiewicz

Die DAK-Gesundheitskasse hat ihren neuen Pflegereport vorgestellt. Die Daten von 12.000 pflegenden Angehörigen wurden untersucht und mit denen einer nicht-pflegenden Gruppe verglichen. Alarmierende Erkenntnis: 20 Prozent der pflegenden Angehörigen leiden unter einer Depression.

Gesundheitsrisiko durch Pflege

Die Betreuung und Pflege eines Angehörigen stellt eine sehr große Belastung dar. Laut der Studie der DAK-Gesundheit leidet etwa die Hälfte der Pflegepersonen an psychischen Leiden. Hierunter fallen Erkrankungen wie Depression, Schlafstörungen oder Angststörungen. Die Zahl ist deutlich höher als bei den nicht-pflegenden Personen. Laut Herbert Rebscher, Chef der DAK-Krankenkasse, zeigt diese Entwicklung, den hohen Druck den pflegende Menschen spüren. Der Studie zufolge musste zudem jeder Sechste, der einen Angehörigen zu Hause pflegt, im vergangenen Jahr wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie zum Beispiel starker Rückenschmerzen behandelt werden. Bei Gleichaltrigen ohne die zusätzliche Belastung der Pflege war hingegen nur jeder Zehnte betroffen.

Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung

Dieses Problem ist auch im Bundestag ein Thema. Wenn die Regierung über die zweite Stufe der Pflegereform berät, wird auch über eine mögliche Entlastung der Angehörigen gesprochen. Ab 2017 werden geistige Beeinträchtigungen, wie eine Demenzerkrankung, in dem neuen System aus fünf Pflegegraden berücksichtigt. Dies könnte ebenso eine indirekte Entlastung für die pflegenden Angehörigen bedeuten. Geplant sind darüber hinaus weitere Verbesserungen für die vorgenannte Zielgruppe. So sollen künftig höhere Rentenbeiträge gezahlt werden. Auch eine umfassende Absicherung im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist ein Thema, wenn Angehörige aufgrund der Pflege ihren Job kündigen oder vorübergehend aussetzen müssen.

Verbesserungen durch Pflegereform

Zu Beginn des Jahres trat die erste Stufe der Pflegereform in Kraft und sorgte für einige Verbesserungen. Die Tages-, Kurzzeit- , Nacht- und Verhinderungspflege sind nun leichter miteinander zu kombinieren und in Anspruch zu nehmen (siehe auch: Informationsspezial zur Tages- und Nachtpflege). Es ist nun auch möglich, für die Pflege eine berufliche Auszeit zu nehmen oder vorübergehend die Arbeitszeit zu verringern. Dennoch bleibt es für viele Pflegende eine Herausforderung Familie, Job und Pflege zu vereinbaren. Laut dem DAK-Report fühlen sich 50 Prozent der pflegenden Angehörigen körperlich, 68 Prozent psychisch oder 71 Prozent zeitlich überfordert. 90 Prozent der pflegenden Angehörigen sind Frauen, von denen zwei Drittel auch noch einem Beruf nachgehen.