DAK: Wirbel um Zusatzbeitrag
DAK: Wirbel um Zusatzbeitrag

Die Öffentlichkeit ist bei dem Thema Zusatzbeiträge der Krankenkassen stark sensibilisiert. Beinahe täglich gibt es neue Meldungen. Nun wird ein Bericht im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert, wonach die DAK ihren Zusatzbeitrag von derzeit acht Euro auf 15 Euro erhöhen muss. Grund soll die weiterhin schwierige Finanzlage der viertgrößten Krankenkasse sein. Nur eine Erhöhung des Zusatzbeitrages könne weitere Verluste verhindern, so der Bericht. Der Spiegel beruft sich dabei auf Zahlen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Dort heißt es auf Anfrage von 1A Krankenversicherung allerdings, dass intern keine derartigen Zahlen bekannt seien.

DAK rechnet mit Plus

Die DAK wies den Bericht des Spiegels bereits heute morgen als Spekulation zurück. DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz ließ in einer Mitteilung verlauten, das Bundesversicherungsamt habe den Haushalt der Kasse geprüft und genehmigt. Weiterhin heißt es, dass die DAK keine Erhöhung des Zusatzbeitrages plane. Für das laufende Jahr rechnet die Krankenkasse mit einem ausgeglichenen Haushalt.

Verband dementiert

Der Bericht des Spiegels beruft sich auf Zahlen des Ersatzkassenverbandes. Daraus gehe hervor, dass die DAK ohne eine Erhöhung des Zusatzbeitrages keine Rücklagen in gesetzlich vorgegebener Höhe bilden könne. Doch der Verband der Ersatzkassen dementierte inzwischen die Veröffentlichung solcher Informationen. Laut vdek-Sprecherin Manuela-Andrea Pohl liegen derartige Zahlen, die eine Erhöhung des DAK-Zusatzbeitrages notwendig erscheinen lassen, weder dem Verband noch der DAK selbst vor.

Zusatzbeiträge trotz Finanz-Plus

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Jahr 2009 mit einem Plus von 1,1 Milliarden Euro abgeschlossen. Die Einnahmen betrugen 171,9 Milliarden Euro. Dem standen Ausgaben in Höhe von 170,8 Milliarden gegenüber. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Erstmals sei wieder der Aufbau von Rücklagen möglich. Allerdings sind die finanziellen Reserven der Krankenkassen sehr unterschiedlich verteilt. Außerdem muss das Plus der Krankenkassen dem Defizit des Gesundheitsfonds gegenübergestellt werden. In der Differenz ergibt sich dann ein Minus von 1,4 Milliarden Euro im Gesundheitsbereich. Endgültige Zahlen sind nicht vor Mitte 2010 zu erwarten.

Regierung: Kassen sollen sparen

Die Bundesregierung stellt für 2010 weitere Finanzmittel bereit, um das für 2010 zu erwartende Defizit einzudämmen. Angesichts des Defizits im Gesundheitsfonds steigt dieser Steuerzuschuss stärker als geplant auf insgesamt 11,8 Milliarden Euro. Dank dieser hohen Steuerzuwendungen seien nach Ansicht des Ministeriums keine Zusatzbeiträge über acht Euro notwendig. Das Gesundheitsministerium fordert die Kassen daher auf, ihre Wirtschaftlichkeitsreserven auszuschöpfen.