Die Gesundheitsreform ist auf dem Weg und nach meinen Informationen aus dem BMG nicht zustimmungspflichtig im Bundesrat. Das bedeutet, dass „Das GKV-Finanzierungsgesetz“ tatsächlich zum Anfang 2011 in Kraft treten kann. An dieser Stelle muss ich auch mal klarstellen, leider kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht in die PKV wechseln, das bedeutet ich bin GKV versichert und mich trifft dieses Gesetz genauso wie allen anderen GKV Versicherten.

Es gibt eben meiner Ansicht nach nur 2 Möglichkeiten, entweder der Staat regelt alles (was bisher meist schief gegangen ist), oder man versucht einen Kompromiss und lässt private Anbieter in den Wettbewerb einsteigen. In diesem Fall macht es Sinn, wenn die Reformpläne von Gesundheitsminister Dr. Rösler auch der PKV zugutekommen. Nun schreit darüber die Opposition und DGB „zeter und mordio“, dies würde zu deutlichen Nachteilen für die Kassenpatienten führen. Dazu sagte DGB-Vorstandsmitglied Frau Annelie Buntenbach in der Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ vom Dienstag: „Solche Pläne sind pure Klientelpolitik für die Versicherungswirtschaft, um die chronisch kranke PKV künstlich aufzupäppeln und die Krankenkassen zu schwächen,… Rosinenpickerei der PKV-Unternehmen“. Dies dürfe nicht noch ausgeweitet werden.

Nun das ist schon harter Tobak. Soweit ich mich erinnere versichert die PKV ca. 10% der Bevölkerung, etwa die Hälfte der PKV-Versicherten haben als Beamte einen Beihilfeanspruch. Für diesen Personenkreis macht es ja überhaupt keinen Sinn in der GKV zu bleiben, da in diesem Falle der Beamte die Beiträge zur GKV in voller Höhe selbst tragen muss. Die PKV hat inzwischen Alterungsrückstellungen von ca. 150 MRD € für 10% der Krankenversicherten in Deutschland, da von „chronisch kranker PKV“ zu sprechen finde ich pure Klientelpolitik.

Nach Frau Buntenbach wäre es völlig inakzeptabel, den 70 Millionen GKV Versicherten die Kopfpauschale zu verpassen. Da muss ich doch mal nachfragen, wer hat denn das mit der Kopfpauschale angefangen. Ich kann mich da vage an Frau Schmidt von der SPD erinnern, war das nicht so??? Wobei die Kopfpauschale ja grundsätzlich richtig ist. Die Eigenverantwortung des Patienten muss gestärkt werden. Weiter war Frau Buntenbach der Meinung, dass die PKV endlich einen Solidarbeitrag zur GKV leisten müsse. Vor so viel Fachkompetenz kann ich nur passen.

Zu diesem Thema haben wir vor kurzem schon einen Artikel geschrieben: Erleichterung des Zugangs zur privaten Krankenversicherung. Aus diesem Artikel geht meiner Ansicht nach klar hervor, wie sinnvoll die PKV für unser Gesundheitssystem in 20 oder 30 Jahren sein wird. Aber diesen Argumenten ist auch der geehrte Herr Prof. Karl Lauterbach nicht zugänglich, er übte scharfe Kritik an dem Vorhaben der Bundesregierung. Er sprach von einer Klientelpolitik zu Lasten der GKV, weil nun viele Gutverdienende in die PKV wechselten, werde der Beitrag in der GKV steigen. Natürlich ist heute jeder Wechsel eines GKV Versicherten in die PKV der Supergau, weil damit heute ca 7000 € Beitragseinnahmen fehlen. Allerdings wird dieser PKV Versicherte, wenn er später Leitung braucht, der GKV auch nicht mehr auf der Tasche liegen. Wer weiß denn heute, wie hoch der Kopfschaden in 30 Jahren bei den 80-100 jährigen sein wird. Das ist von der GKV nicht zu bezahlen

Kommentare