Um dem Gesundheitswesen auch zukünftig ihren Stempel aufdrücken zu können, muss sich die private Krankenversicherung immer wieder selbst auf den Prüfstand stellen und Veränderungen auf den Weg bringen. Diese Notwendigkeit ist auch führenden Köpfen der Privatversicherer bekannt. Die PKV müsse sich ihrer Verantwortung noch mehr bewusst werden, forderte der Debeka-Vorstandsvorsitzende, Uwe Laue, unlängst und bezog sich damit nicht nur auf die Notwendigkeit weitsichtiger Tarifkalkulationen. Der Chef der Deutschen Krankenversicherung, Muth, ist der Ansicht, dass das Jahr 2011 sein Unternehmen „vorangebracht“ habe. Dies sei der Einleitung einer „strategischen Neuausrichtung“ zu verdanken, die das Ende der sogenannten Billigtarife umfasste. Demnach seien die Versicherungsnehmer von diesen Tarifen im Leistungsfall häufig enttäuscht. Auch die Kritik der Verbraucherschützer an dieser kostengünstigen Versicherungsoption sei gerechtfertigt. Von vielen Seiten werden die Einsteiger- oder Billigtarife als ein Grund für Beitragssteigerungen in der PKV ausgemacht. Die DKV lege ihre Konzentration nun auf die „hochwertige private Krankenversicherung“, unterstreicht Muth.

Private Krankenversicherung muss sich eigenen Problemen stellen

Wie seine Kollegen aus den Führungsstäben der Debeka und der Barmenia Krankenversicherung sieht der DKV-Vorstandsvorsitzende die Zukunft der privaten Krankenvollversicherung positiv. Den Ausführungen von Clemens Muth zufolge setzt die PKV die Norm im Bereich der medizinischen Versorgung. Sie schütze zukünftige Generationen und sorge gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung für die bestmögliche Gesundheitsversorgung. Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, müsse sich die Branche der Privatversicherer „aber auch ihren Problemen stellen“, so Muth. Aus seiner Sicht ist ein Mehr an Transparenz ebenso geboten wie Mindeststandards, die branchenweit in der Vollversicherung eingeführt werden sollten.

Kostenreduzierung bei den Privatversicherern: Gesetzesänderungen gefordert

Um die Kosten der Privatkassen zu reduzieren und eine Konsolidierung im PKV-Markt herbeizuführen, bedarf es laut DKV-Vorstand Muth eines Eingriffs durch die Politik. Demnach solle das gesetzliche Verbot der Tarifzusammenlegung fallen. Der Status quo: Private Krankenversicherungen, die bereits seit vielen Jahren für ihre Kunden aktiv sind, verfügen über eine Vielzahl an Tarifen. Übernahmen anderer Gesellschaften erhöhen deren Anzahl weiter. Entsprechend der aktuellen Regeln ist es nicht möglich, PKV-Tarife zusammenzuführen; unabhängig davon wie klein die Unterschiede zwischen diesen sind. Die Weiterführung der bestehenden Tarife muss gewährleistet sein, bis sie kein Versicherter mehr beansprucht.

Neue Serviceangebote für Versicherungsnehmer

Nach eigenen Angaben bietet die Deutsche Krankenversicherung für ihre Kunden neuerdings die „erste stationäre Zusatzversicherung ganz ohne Gesundheitsfragen am Markt“. Demnach ist es möglich, das Einzelbettzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt ganz bewusst auch ohne die Behandlung durch den Chefarzt zu versichern. Des Weiteren setzt die private Krankenkasse mit Sitz in der Domstadt Köln auf verschiedene neue Angebote im Internet. Mit diesen soll es den Versicherten zum Beispiel ermöglicht werden, die Planung eines Tarifwechsels zu gestalten.