Fusion der BKK für Heilberufe und vor Ort wird teurer
Fusion der BKK für Heilberufe und vor Ort wird teurer

Die BKK für Heilberufe hatte einst 600.000 Mitglieder. Dieser Wert stammt jedoch aus den besten Zeiten der gesetzlichen Krankenkasse. Im August 2011 waren nunmehr 85.000 Mitglieder bei der BKK für Heilberufe aus Düsseldorf verblieben. Im Mai dieses Jahres hatte die betriebliche Krankenkasse bereits ihre drohende Insolvenz öffentlich gemacht. Eine Fusion wurde als einziger Ausweg aus der Krise ausgemacht. Eine Schließung der BKK Heilberufe würde nicht nur viele Arbeitsplätze kosten. Von etwa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben bereits 95 die Kündigung erhalten. Müsste die Krankenkasse ihre Pforten schließen, würde dies circa 23 bis 34 Millionen Euro verschlingen, wie im Mai berichtet wurde. Nun ist offensichtlich der ersehnte Partner für einen Zusammenschluss gefunden worden. Nach Angaben der “Ärzte Zeitung” wird die BKK für Heilberufe aller Voraussicht nach mit der BKK vor Ort aus Bochum fusionieren.

Rettung kostet 53 Millionen Euro

Damit die BKK für Heilberufe gerettet werden und mit der BKK vor Ort fusionieren kann, muss bestätigten Angaben zufolge eine Summe von 53 Millionen Euro aufgewendet werden. Damit würde der Rettungsprozess um etwa 23 Millionen Euro teurer werden als vormals taxiert. Den Folgen dieser hohen Kosten sehen andere Betriebskrankenkassen mit Sorge entgegen. Resultat könnte für einige BKK die Einführung eines Zusatzbeitrags sein.

BKK-Spitzengremien müssen Fusion zustimmen

Abgesehen von der Beihilfe zur Fusion bedarf es für den Zusammenschluss der BKK für Heilberufe und der BKK vor Ort noch einer Zustimmung durch die Spitzengremien der Betriebskrankenkassen. Läuft alles nach Plan, wird diese im kommenden Monat erfolgen. Gegenwärtig haben das Bundesversicherungsamt und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lediglich eine Empfehlung für die Fusion ausgesprochen. An der Fusion mit der BKK Heilberufe zeigten sich insgesamt vier betriebliche Krankenkassen interessiert. Abgesehen von der BKK vor Ort waren ebenso die Deutsche BKK, die BKK Pronova sowie die BKK Essanelle an einer Fusion mit der gefährdeten Krankenkasse interessiert.

BKK für Heilberufe schon 2003 in Schwierigkeiten

Vor dem Hintergrund eines zu günstigen Beitragssatzes sah sich die BKK für Heilberufe bereits im Jahr 2003 mit großen Problemen konfrontiert und musste ihren Vorstand entlassen. Der niedrige Beitragssatz, den die Krankenkasse für ihre Versicherten festlegte, ging zwar mit einem schnellen Wachstum einher. Notwendig wäre jedoch eigentlich die Erhöhung des Beitragssatzes gewesen. Dieser notwendige Schritt wurde allerdings verzögert, die Krankenkasse geriet unter anderem deshalb in Schwierigkeiten.