Laut eigenen Angaben hat die HanseMerkur in den vergangenen Jahren viele positive Erfahrungen mit Tarifen aus dem Niedrigpreissegment gemacht. Vor allem konnte die traditionsreiche Hamburger Gesellschaft mit diesen ein großes Wachstum verzeichnen. Dennoch ist auch sie von der steigenden Zahl der Nichtzahler betroffen. Der Rechenschaftsbericht des PKV-Verbandes für das Jahr 2010 legt offen, dass im November 88.500 Vollversicherte mindestens sechs Monate in Beitragsverzug waren. Das sind 3.800 Kunden mehr als 2009, deren Subventionierung auf dem Rücken der beitragstreuen Kunden sowie der Unternehmen ausgetragen wird. Vor diesem Hintergrund fordert die HanseMerkur Krankenversicherung seit 01. August 2011 eine Bescheinigung des Einwohnermeldeamtes von potenziellen Kunden ein.

Belegpflicht als Voraussetzung für PKV

Das Dokument des Einwohnermeldeamtes gilt als Voraussetzung für eine PKV. Nur wenn die Bescheinigung belegt, dass die betreffende Person seit mindestens zwei Jahren ihren Hauptwohnsitz in Deutschland hat, nimmt die HanseMerkur Selbständige außerhalb des Basistarifs auf. Das berichtet ein Onlineportal der Gewerkschaft ver.di. Darüber hinaus muss ein weiteres Dokument belegen, dass der potenzielle Kunde bis zur Aufnahme schon mindestens zwei Jahre in der BRD krankenversichert war.

Im Basistarif gilt der Abschlusszwang

Diese Belegpflicht gilt unabhängig davon, ob der neu zu Versichernde zuvor Kunde eines gesetzlichen oder privaten Anbieters war. Ebenso spielt die Nationalität bei der Belegpflicht keinerlei Rolle. Das bedeutet, dass selbständige Bundesbürger, die dieser nicht nachkommen, von einem möglichen Ausschluss ebenso betroffen sein können. Generell steht es der HanseMerkur wie jeder anderen privaten Krankenversicherung im Rahmen der gesetzlich gewährten Vertragsfreiheit frei, ob und unter welchen Bedingungen ein Kontrakt mit einem potenziellen Kunden zustandekommt. Dies gilt freilich nicht für den Basistarif der PKV. Dieser wurde im Jahre 2009 von dem Gesetzgeber vorgeschrieben und bietet keine Option, potenziellen Kunden die Aufnahme zu verweigern. Möglich macht dies der Kontrahierungszwang, die Pflicht neue Kunden unabhängig von deren finanziellen Leistungsfähigkeit und Gesundheitszustand aufzunehmen.

HanseMerkur bietet spezielle Zusatzversicherungen an

Das Angebot der HanserMerkur ist in Vollversicherungen für Selbständige, Angestellte und Beamte unterteilt. Neben der Kostenübernahme für verschiedene Vorsorgeuntersuchungen für Frauen und Männer ab einem bestimmten Alter bietet das Unternehmen spezielle Zusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte an. Hierzu gehört beispielsweise der Anspruch auf Chefarztbehandlung oder auf Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus.