Höchststand 2009: Immer mehr Jugendliche saufen sich ins Koma
Höchststand 2009: Immer mehr Jugendliche saufen sich ins Koma

Während die Zahlen in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Jahr 2009 zurückgingen, verzeichnen Rheinland-Pfalz (plus elf Prozent) und Niedersachsen (plus 10,3 Prozent) einen besonders starken Anstieg von "Komasäufern". In Sachsen sank die Quote der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingelieferten Teenager um 15,8 Prozent (928 Fälle), in Sachsen-Anhalt um 12,2 Prozent (704 Fälle) und in Sachsen um 7,1 Prozent (407 Fälle). Diese Zahlen müssten allerdings unter Berücksichtigung von Geburtenrückgang und Abwanderung kritisch beurteilt werden, sagte DAK-Pressesprecher Rüdiger Scharf der Deutschen Presse-Agentur. Die rückläufigen Zahlen bedeuteten nicht zwingend, dass das Problem geringer geworden sei. In Rheinland-Pfalz wurden 1664 Jugendliche ins Krankenhaus eingeliefert, in Niedersachsen waren es 2009 sogar 2685.

Weniger dramatische Entwicklung in Bayern und Baden-Württemberg

Den Zahlen der DAK zufolge, die sich auf Untersuchungen der Statistischen Landesämter bezieht, wurde in Süddeutschland ein weniger gravierender Anstieg verzeichnet. Während die Zahl der jugendlichen "Komasäufer" in Nordrhein-Westfalen um sieben Prozent anstieg, waren es in Baden-Württemberg nur 1,7 und in Bayern nur 3,5 Prozent. Dennoch handele es sich bei den registrierten Fällen überall um Höchststände.

CDU fordert finanzielle Beteiligung der Eltern an Folgekosten

Mitte Dezember forderte CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn in einem Interview, dass die Eltern der saufenden Jugendlichen an den Kosten, die durch den Einsatz von Rettungswagen und Behandlungen in der Notaufnahme entstehen, beteiligt werden sollten. Spahn sieht im steigenden Alkoholmissbrauch eine Verletzung der Aufsichtspflicht durch die Eltern. Erhebungen der DAK zufolge habe sich die Anzahl der alkoholbedingten Einlieferungen in ein Krankenhaus in nur acht Jahren verdreifacht. Die Zehn- bis Fünfzehnjährigen stellen inzwischen ein Fünftel der eingelieferten Jugendlichen. 

Deutsche mit Alkoholkonsum weltweit an fünfter Stelle

Wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) Mitte des Jahres feststellt, trinken die Deutschen im Allgemeinen viel zu viel Alkohol. Pro Jahr konsumieren die 18- bis 64jährigen etwa zwölf Liter reinen Alkohol. Gesundheitlich vertretbar sei lediglich ein Viertel dieser Menge. Rund 3,3 Millionen Deutsche sind alkoholabhängig. Die Folgen dieser Abhängigkeit für die Volkswirtschaft sind gravierend: 275.000 Straftaten und etwa 20.000 Verkehrsunfälle werden pro Jahr im Zusammenhang mit Alkohol registriert. Hinzu kommen zahlreiche Folgekrankheiten, Sucht-Therapien und Arbeitsunfähigkeit.