Pflege
In Zukunft werden immer mehr Pflegekräfte benötigt. © panthermedia.net / Michael Jung

Zu wenig Geld für die Versorgung älterer Menschen, schlechte Gesundheitssysteme und massiver Personalmangel in Pflegeberufen: All dies sind Gründe, warum die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen weltweit nicht immer zufriedenstellend ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Die Langzeitbetreuung und die -pflege lassen zu wünschen übrig. Experten fordern schon lange einen höheren Stellenwert der Pflege, denn der demografische Wandel zeigt es deutlich: Die Menschen werden tendenziell immer älter und der Anteil alter Menschen in der Bevölkerung steigt. Dementsprechend steigt auch die Anzahl derer, die eine Langzeitbetreuung bzw. Langzeitpflege benötigen, immer weiter an. Auch in diesem Bereich gibt es weltweit einige Defizite. In Zahlen ausgedrückt: Über 300 Millionen Menschen weltweit sind von den Auswirkungen der unzureichenden Betreuung und Pflege betroffen. Dieses Ergebnis wurde in der aktuellen Studie der ILO vorgestellt. Deutschland und Japan werden in dem Bericht der ILO als Vorbilder genannt. Hier ist die Versorgung und Betreuung im Verhältnis deutlich besser. Allerdings betrifft eine solch umfassende Versorgung der älteren Menschen über 65 Jahre weltweit lediglich 5,6 Prozent der Bevölkerung. Auch zu diesem Ergebnis kam die ILO in ihrer in Genf vorgestellten Gesundheitsstudie.

Massive Unterschiede bei Versorgung von Kontinent zu Kontinent

Gerade in Afrika sei die Versorgung der älteren Bevölkerung als sehr schlecht zu bezeichnen, wie die ILO in ihrer Studie hervorhebt. Hier seien über 90 Prozent der Menschen über 65 Jahre unzureichend versorgt. Der Grund für die schlechte Absicherung der Menschen liegt laut Internationaler Arbeitsorganisation vor allem an den finanziellen Bemühungen der Staaten. Für den Bereich Gesundheit, Betreuung und Pflege werden weltweit lediglich ein Prozent der Wirtschaftsleistung aufgewendet. Für eine weltweite Betreuung und Pflege, wie sie beispielsweise in Deutschland und Japan gewährleistet werden, reichen diese Mittel bei weitem nicht aus.

Pflege oft Familiensache

Um Kosten und Aufwand zu sparen, wird die Betreuung und Pflege laut ILO sehr häufig den jeweiligen Angehörigen überlassen, auch wenn diese oft überfordert sind. Auch eine massive Diskriminierung sowie negative Einstellungen gegenüber der älteren Bevölkerung sind weit verbreitet und ein zusätzlicher Grund für die schlechte Versorgung. Dies beginnt bereits bei der Verweigerung von besonderen Leistungen. Auch beschränkende Konditionen in Versicherungen und mehr gehören zur öffentlichen Diskriminierung, die stillschweigend geduldet wird.

Neue Investitionen dringend nötig

Die Internationale Arbeitsorganisation fordert, die Versorgung der älteren Bevölkerung über 65 Jahren nicht als zu kostspielig und aufwendig zu betrachten. Krankheiten wie Alzheimer werden immer präsenter. Da die Anzahl der älteren Menschen weiterhin steigt, sind neue Investitionen in die Gesundheitssysteme und die Pflege und Betreuung allerdings dringend notwendig. Zur Verdeutlichung: Für die umfangreiche Betreuung und Pflege der Bedürftigen fehlen laut der Studie weltweit ca. 13,6 Millionen Fachkräfte.