Krankenkassen erzielen Überschuss im ersten Halbjahr 2011
Krankenkassen erzielen Überschuss im ersten Halbjahr 2011

Die insgesamt 153 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland konnten ihren Überschuss im zweiten Quartal des laufenden Jahres einem Zeitungsbericht zufolge stark ausweiten. Wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtete, stieg das Plus um 950 Millionen Euro auf 2,4 Millarden Euro. Dies geht aus den Angaben der Krankenkassenverbände zur Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen hervor. Hintergrund der positiven Bilanz sind die stark gesunkenen Ausgaben für Arzneimittel aufgrund des seit August 2010 verlangten Preisabschlages von 16 Prozent. Demgegenüber stehen jedoch höhere Ausgaben für die ambulante und stationäre Versorgung. Gesundheitsexperten gehen nun davon aus, dass den Kassen zum Jahresende ein Finanzpuffer bleibt, auch wenn die Ausgaben im zweiten Halbjahr traditionell steigen.

Krankenkassen erzielen Überschuss von 2,4 Milliarden Euro

Die gesetzlichen Krankenkassen können sich über eine positive Jahreszwischenbilanz freuen. Nach Angaben der F.A.Z. standen in den ersten Monaten 2011 Ausgaben von 89,3 Milliarden Euro Einnahmen von 91,7 Milliarden Euro gegenüber. Damit erzielten die Kassen einen Überschuss von 2,4 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr betrug das Plus dagegen nur 112 Millionen Euro.

 Trotz Milliardenplus keine Beitragssenkungen

Wie die F.A.Z. weiter mitteilt, erzielten die Orts- und Ersatzkrankenkassen, die 70 Prozent des Marktes ausmachen, einen Überschuss von 971 und 945 Millionen Euro. Auch die Betriebskrankenkassen, die vor allem aufgrund der Einführung oder Erhöhung von Zusatzbeiträgen oder Zwangsfusionen in den Schlagzeilen stehen, erwirtschafteten ein Plus von 221 Millionen Euro. Innungskrankenkassen und Knappschaft erreichen immerhin einen Überschuss von 156 bzw. 98 Millionen Euro. Trotz der positiven Zahlen hat Minister Daniel Bahr (FDP) schon im ersten Quartal 2011 Forderungen abgelehnt, den Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung zu senken. Dafür sei nach eigenen Angaben trotz guter Konjunktur kein Spielraum.

Weniger Ausgaben für Arzneimittel

Ein Grund für die positive Finanzentwicklung sind vor allem die um mehr als sechs Prozent gesunkenen Arzneimittelausgaben. Spezielle Rabattverträge senkten die Ausgaben der Kassen um weitere 700 Millionen Euro. Dagegen stiegen die Ausgaben für die ambulante Versorgung um mehr als dass Doppelte. In Bezug auf die Krankenhausbehandlung erhöhten sich die Kosten um 4,6 Prozent.

Gesundheitsfonds mit Liquititätsreserve

Seit Januar 2009 erhalten die Krankenkassen ihr Geld in zwölf gleichen Monatsraten aus dem Gesundheitsfonds, der sich aus Beitragseinnahmen und Steuern finanziert. Reichen die Zahlungen aus dem Fonds nicht aus, haben die Krankenkassen zusätzlich das Recht Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe von ihren Mitgliedern einzufordern. Kritiker der Gesundheitsreform sehen darin bereits einen ersten Schritt auf dem Weg zur Kopfpauschale. Experten rechnen allerdings bis zum Jahresende mit einer Liquiditätsreserve des Fonds von rund 6,9 Milliarden Euro.