Krankenkassen im Test: Nur zwei davon
Krankenkassen im Test: Nur zwei davon "gut"

In Zeiten von Zusatzbeitrag und Beitragserhöhung ist für viele Versicherte gerade der Service und die individuelle Beratung bei einer Krankenkasse von großer Bedeutung. Laut der aktuellen Ergebnisse von Stiftung Warentest ist nun bekannt, dass nur zwei der 21 Krankenkassen im Test mit "gut" bewertet werden konnten. Das Urteil "sehr gut" konnte bei keiner gesetzlichen Krankenkasse erteilt werden. Bei den Platzierungen liegen die Techniker Krankenkasse und die AOK Plus vorne gleichauf, gefolgt von der Barmer GEK. Den letzten Platz vergaben die Tester an die Big direkt gesund aufgrund unzureichender Beratung und mangelndem Service. Allgemein wurden die Krankenkassen auf die Qualität ihrer Beratungen am Telefon, per E-Mail und vor Ort, anhand der Servicebereitschaft und auf weiterführende Informationen und Angebote geprüft.

Beratung und Service nicht immer hilfreich

Auch wenn die getesteten Krankenkassen in diesem Jahr besser abgeschnitten haben als beim letzten Test im Jahr 2007, wie Stiftung Warentest bekannt gibt, bestehen dennoch einige bedeutende Mängel, was den individuellen Service von Versicherten am Telefon oder die Beratung im Schriftverkehr betrifft. Die einzelnen Leistungen der Krankenkassen sowie die Beiträge wurden bei diesem Vergleich nicht bewertet. Bei dem Test wurden lediglich die Kriterien Beratung am Telefon, per E-Mail und vor Ort, die Erreichbarkeit und das Verhalten der Mitarbeiter, sowie der Gehalt an Informationen der jeweiligen Internetpräsenz berücksichtigt. Diesbezüglich stellte Stiftung Warentest fest, dass viele E-Mail-Anfragen unbeantwortet blieben und selten weitere Kontaktpersonen oder weiterführende Informationen vermittelt wurden.

Informationen zu Behandlung und Zusatzleistungen

Auch bei der Beratung zu Behandlungen oder bestimmten Leistungen, waren Mängel erkennbar. So muss der Versicherte beispielsweise in eigener Initiative nach Zusatzleistungen, Ernährungsberatung für Diabetiker oder Behandlungsmethoden von Bluthochdruck fragen und erhält diese Informationen nicht aufgrund einer individuellen Beratung vom Mitarbeiter der Krankenkasse selbst. In einzelnen Fällen waren auch Wissenslücken während des Gesprächs mit Testanrufern zu verzeichnen. Einige Krankenkassen weisen damit Defizite im Fachwissen ihrer Branche auf und können so keine qualitativ hochwertige Beratung gewährleisten.

Angebote auf Anfrage

Des Weiteren holten Testkunden bei den Krankenkassen verschiedene Angebote für Zahnersatz, Vorsorgeuntersuchungen oder Gesundheitskurse ein. Bei der Nennung von weiteren hilfreichen Angeboten, waren die Mitarbeiter der Krankenkassen teilweise überfragt oder konnten nur lückenhafte Informationen geben. Jedoch konnten fast alle getesteten Krankenkassen umfangreiches Informationsmaterial wie Broschüren und Internet-Informationen vorweisen. Selten wurden diese Quellen hingegen in Gesprächen angepriesen.