Nur noch 11 Krankenkassen erheben einen Zusatzbeitrag
Nur noch 11 Krankenkassen erheben einen Zusatzbeitrag

Die offizielle Schließung der City BKK ist vollzogen. Auch die Erhebung eines Zusatzbeitrags von zunächst acht und später 15 Euro konnte die Insolvenz der Betriebskrankenkasse nicht abwenden. Doch obwohl dieser Termin schon seit langem bekannt ist, sind noch immer bis zu 49.000 Menschen bei der City BKK versichert. Der Krankenkassenverband hat für sie jedoch eine Übergangslösung geschaffen, damit sie zum Arzt gehen können, ohne die Behandlung selbst vorstrecken zu müssen, den Zusatzbeitrag müssen sie ohnehin nicht mehr zahlen. Auch die Mitglieder der Schwesternkrankenkasse E.ON BKK bleiben ab sofort von den Extrazahlungen verschont: Aufgrund einer positiven Entwicklung der Finanzen kann die Essener Betriebskrankenkasse den Zusatzbeitrag wieder abschaffen.

City BKK schließt endgültig

Für alle Versicherten der City BKK, die noch keine neue Kasse haben, zahlt die Nachfolgeorganisation der Kasse, die “City BKK in Abwicklung”, zunächst die Behandlungskosten. Personen, die ab 15. Juli jedoch noch als Mitglieder in der Kartei der ehemaligen Betriebskrankenkasse zu finden sind, werden von ihrem Arbeitgeber, von der Bundesagentur für Arbeit oder von der Rentenversicherung in einer anderen Krankenkasse angemeldet. Wer selbst wählen möchte, sollte dies bis zum 14. Juli tun, so Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Krankenkassen.

E.ON BKK schafft Zusatzbeitrag ab

Eine gegenteilige Entwicklung zeigt dagegen die E.ON BKK: Sie schafft ihren seit März 2010 erhobenen Extrabeitrag wieder ab. Nachzahlung bereits überwiesener Zusatzbeiträge sind nicht erforderlich, da die nächste Zahlung ohnehin erst im November fällig gewesen wäre. Da es sich um eine Kasse für Betriebsangehörige handelt, die tendiziell eher eine höhere Bindung an ihre Kasse zeigen, hielt sich die Abwanderungswelle in Grenzen. Zudem hat die Betriebskrankenkasse als erste deutsche Kasse ihren Mitgliedern einen umfassenden Versicherungsschutz im Ausland ermöglicht und gilt als Vorreiter der elektronischen Gesundheitskarte. Beide Krankenkassen, die City BKK und die E.ON BKK, tauchen nun nicht mehr in der aktualisierten Liste der Zusatzbeiträge 2011 auf.

Krankenkassen versuchen Zusatzbeiträge zu vermeiden

Die Schließung der City BKK werde insgesamt rund 150 Millionen Euro kosten. Die Summe muss letztlich von den anderen Betriebskrankenkassen und deren Mitgliedern getragen werden. Ob die neue finanzielle Belastung eine weitere Betriebskrankenkasse in finanzielle Schieflage bringen könnte, bleibt daher abzuwarten. Doch da Zusatzbeiträge in der Vergangenheit Unmut und Wechselbereitschaft der Versicherten erhöhten, werden die Krankenkassen Zusatzbeiträge so weit es geht vermeiden.

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