Nur wenige Menschen sind gut über Unisex-Tarife informiert
Nur wenige Menschen sind gut über Unisex-Tarife informiert

Die Versicherungsgesellschaft Continentale hat mit 1.285 Personen im Alter ab 25 Jahren eine Umfrage zum Thema Unisex-Tarife in der Versicherung durchgeführt. Daraus geht hervor, dass sich nur 17 Prozent der Befragten gut darüber informiert fühlen. Viele wissen oft gar nicht, dass überhaupt solche Tarife eingeführt werden. Das bedeutet, dass sich mehr als 80 Prozent der Befragten schlecht bis gar nicht informiert fühlen. Die Studienautoren erklären, dass dies “eine realistische Selbsteinschätzung” sei, da die Teilnehmer auch danach gefragt wurden, in welchen Versicherungssparten die Tarife für Männer und Frauen teurer werden und mit ihren Antworten lagen sie sehr oft falsch.

Umfassende Infografik – Hintergrundwissen und wie Männer & Frauen sparen 

Weitere Ergebnisse der Studie

Nur 38 Prozent der Befragten wissen, dass die private Rentenversicherung (mehr Informationen zur Thematik) für Männer teurer wird. Auch die private Krankenversicherung wird für Männer teurer, was nur 41 Prozent der Befragten wussten. Für Frauen hingegen steigen die Beiträge in der Risikolebens- und in der Kfz-Versicherung. Weniger als 40 Prozent der Befragten waren darüber informiert. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich, dass sie durch ihren Vertreter auf diese neuen Tarife hingewiesen und darüber informiert werden.

Die neuen Unisex-Tarife

Alle Versicherungsverträge, die ab dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen werden, müssen nach den neuen Unisex-Regelungen aufgesetzt werden, dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) so entschieden. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Berufsunfähigkeitsversicherung und die private Krankenversicherung für Frauen in Zukunft billiger werden. Die Kapitallebensversicherung und die private Unfallversicherung hingegen werden teurer für Frauen. Männer müssen bei Neuverträgen in der Pflegerentenversicherung der Pflegezusatzversicherung ab dem 21. Dezember 2012  mehr zahlen. Die Kfz- und die Versicherung für Sterbegeld wird für sie billiger.

Das Unisex-Prinzip

‘Diskriminierung wegen des Geschlechts ist nach den Artikeln 21 und 23 der Charta der Grundrechte (hier als PDF) der Europäischen Union verboten. Deshalb werden eigentlich schon seit dem 21. Dezember 2007 Unisex-Tarife für Versicherungen gefordert. Es gab aber eine Übergangszeit, in der diese Tarife noch nicht durchgeführt werden mussten. Diese Frist läuft nun am 21. Dezember aus, sodass es von da an einheitliche Tarife für Männer und Frauen in der Versicherung geben muss.