Private Krankenversicherung hat Krise überstanden
Private Krankenversicherung hat Krise überstanden

In einer kleinen Anfrage der SPD zu den steigenden Beiträgen zur privaten Krankenversicherung (PKV) geht hervor, dass 2008 244.900 Menschen von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung gewechselt sind. Umgekehrt wanderten 151.000 Versicherte von der PKV in die GKV. Dadurch ergibt sich ein Wechselsaldo von 93.900 zugunsten der PKV. Unterdessen meldet der Verband der privaten Krankenversicherung mehr vollversicherte Personen. Für 2009 hat der PKV-Verband ein Plus von zwei Prozent vorzuweisen. Die Altersrückstellungen wuchsen 2009 um 7,5 Prozent.

Beitragsanstieg der PKV

Die zentrale Frage der kleinen Anfrage durch die SPD-Fraktion an die Bundesregierung lautetet, ob Erkenntnisse über die Ursachen für die ansteigenden Beiträge zur privaten Krankenversicherung existieren. Die Bundesregierung verwies in ihrer Antwort (Drucksache 17/981) auf die Vielzahl der Tarife. Bei rund 5.000 Tarifen ließen sich keine zuverlässigen Aussagen über die Ursachen treffen. Preissteigerungen seien stark abhängig von den Einzeltarifen.

Kostensteigerung bei Leistungen

Dennoch ließen sich Aussagen darüber treffen, wie sich die Ausgaben für Leistungen entwickelt haben. Von 1998 bis 2008 haben sich die Ausgaben pro Versicherten im ambulanten Bereich um vier, im stationären Bereich um 4,5 Prozent erhöht. Dabei beruft sich die Regierung auf Statistiken der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Ähnliche Zahlen präsentierte heute der Verband der privaten Krankenversicherung. Insgesamt haben die privaten Krankenversicherungen 2009 Leistungen in Höhe von 20,45 Milliarden Euro an ihre Versicherten ausgezahlt. Das entspricht einem Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Reinhold Schulte, Chef des Verbandes, fordert aber gleichzeitig die Politik dazu auf, die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen einzudämmen. Dazu möchte der Verband selbst Verhandlungskompetenzen bekommen, um über Gesundheitsleistungen, z.B. mit Pharmaherstellern und Krankenhäusern zu verhandeln, wie es bei den gesetzlichen Krankenkassen üblich ist.

Branche arbeitet kapitaldeckend

In einer Pressemitteilung ließ der PKV-Verband verlauten, die Branche habe 2009 trotz Wirtschaftskrise kapitaldeckend wirtschaften können. Allein die Altersrückstellungen der mittlerweile 8,81 Millionen Privatpatienten stieg von 2008 zu 2009 um zehn Milliarden Euro an. Insgesamt hat die Gemeinschaft der privat Versicherten Rücklagen von 144 Milliarden Euro angehäuft, 20 Milliarden davon im Bereich der Pflegeversicherung.

Ebenfalls positiv entwickelte sich der Nettoneuzugang. 175.000 Menschen seien demnach im vergangenen Jahr der privaten Krankenversicherung beigetreten. Allerdings verwies der Verband auf Sondereffekte, die durch die Krankenversicherungspflicht entstanden seien.