Rösler: Steigende Ärztehonorare bringen keine Zusatzbeiträge
Rösler: Steigende Ärztehonorare bringen keine Zusatzbeiträge

Weiterhin wird scharf über die kommende Ärztehonorarentwicklung diskutiert. Im kommenden Jahr erwartet die etwa 150.000 niedergelassenen Ärzte ein Rekordhonorar von 33 Milliarden Euro. Damit steigen die Einnahmen der Ärzte um rund eine Milliarde an. Laut Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) wird es ungeachtet der Ärztevergütung kein Defizit geben. Der Ausgleich des Finanzloches in der gesetzlichen Krankenversicherung wird „in jedem Fall gelingen.“ Die Krankenkassen werden daher nicht gezwungen sein Zusatzbeiträge zu erheben, so Rösler im Deutschlandradio Kultur. Ebenso sieht dies die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Der Honorarzuwachs sei in den Kalkulationen des Schätzerkreises schon enthalten, heißt es aus Kreisen der KBV. Der GKV-Spitzenverband rechnet dennoch vereinzelt mit weiteren Zusatzbeiträgen im kommenden Jahr.

Auch KBV schließt Zusatzbeitrag aus

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Köhler rechnet nicht mit Zusatzbeiträgen auf Grund der gestiegenen Ärztehonorare. Der Zuwachs in der Ärztevergütung ist bereits in die Beitragserhöhung eingerechnet. Darum ist davon auszugehen, dass die gesetzlichen Krankenkassen keinen Zusatzbeitrag erheben müssen, so heißt es von Köhler gegenüber n-tv. Im kommenden Jahr wird der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,9 auf 15,5 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens ansteigen.

Kritik von Krankenkassen, Opposition und Gewerkschaften

Ein anderes Bild von der Honorarerhöhung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB): Für Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach stellt dies eine „frivole Ausschweifung“ dar. Während die Versicherten immer stärker belastet werden und eine Kopfpauschale droht, stecken sich die Praxisärzte eine zusätzliche Milliarde in die Tasche. Ebenso sieht dies der Fraktionschef der Linken im Bundestag Gregor Gysi. Gegenüber MDR Info ließ dieser verlauten, dass es nicht sein könne, dass die Versicherten alleine die Kosten tragen. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann kritisiert indes, dass es über die Honorarentwicklung „keine politische Kontrolle“ gebe. Auch die Krankenkassen sehen dies so. Diese forderten eine Nullrunde für die niedergelassenen Ärzte.

Krankenkassen: Zuwächse übersteigen eine Milliarde

Laut des GKV-Spitzenverbandes liegen die Zuwächse für niedergelassene Ärzte deutlich über einer Milliarde Euro, so dessen Sprecher Florian Lanz. "Man kann nicht nur einen Teil der Gesamtsteigerung nennen und hoffen, dass niemand merkt, dass es darüber hinaus noch mehr gibt. Das ist keine gebremste Steigerung, sondern ein satter Zuwachs“, kritisiert dieser. Der Ärzteverband  Hartmannbund bezeichnet solche Aussagen als „Propagandafeldzug“. Verbandschef Kuno Winn meint dazu, dass die zusätzlichen Gelder für die medizinische Versorgung notwendig seien.