Im Wartezimmer zu sitzen und in den Illustrierten zu blättern, ist gewiss nicht angenehm, lässt sich aber nur in den seltensten Fällen vermeiden. Schließlich sind punktgenaue Termine nur schwer zu realisieren und wünscht sich niemand, dass Ärzte und Ärztinnen ihre Patienten im Schnelldurchlauf behandeln. Manchmal dauert es eben etwas länger. Trotzdem wird inzwischen sehr genau auf die Uhr geschaut. Dabei geht es dann weniger um die Servicequalität in den Praxen, sondern vielmehr darum, die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung herauszuarbeiten.

Dass die Themen Wartezeiten und Terminvergabe immer wieder an die Oberfläche wabern und Anlass für Diskussionen bieten, ist nicht neu. Jetzt ist es mal wieder soweit. Der BKK Bundesverband hat – wie schon 2008 – Kantar Health (vormals Emnid) mit einer Studie beauftragt und 6.000 Bürger ab 14 Jahren befragen lassen. In einem Punkt hat sich im Vergleich zu 2008 kaum etwas geändert: Rund 80 Prozent waren innerhalb der vergangenen zwölf Monate zumindest einmal beim Arzt. Auch die Verteilung gesetzlich und privat krankenversicherter Patienten bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie vor drei Jahren.

Die Ergebnisse der Studie: Im Schnitt warten Patienten, die eine Karte ihrer gesetzlichen Krankenkasse vorlegen, 27 Minuten. Damit hat sich die Wartezeit um immerhin eine Minute verkürzt. 2008 waren es noch 28 Minuten. Kunden der PKV kamen ein wenig schneller an die Reihe. Sie müssen sich 21 Minuten gedulden, ehe sie aufgerufen werden (2008: 22 Minuten). Das ergibt eine Differenz von sechs Minuten zwischen GKV und PKV. Unterscheidet man nach Art der Praxis ergaben sich folgende Werte (GKV): Hausarzt 30 Minuten, Zahnarzt 13, Gynäkologe 23, Kinderarzt 29, Augenärzte 37, HNO-Ärzte und Orthopäden jeweils 35 Minuten.

Leichte Verschiebungen hat es bei der Terminvergabe gegeben. Durchschnittlich verstreichen 20 Tage bei GKV- und 14 Tage bei PKV-Patienten (vorher: 21 bzw. 10 Tage). Das heißt, für Kunden der privaten Krankenversicherung verlängerte sich die Wartezeit um vier Tage. Ohne akute Beschwerden sind es 25 Tage bei Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenkasse und 17 Tage bei PKV-Kunden. Liegen hingegen akute Beschwerden vor, erfolgt die Behandlung in den meisten Fällen noch am gleichen Tag. Dass gar kein Termin vergeben wurde bzw. vergeben werden konnte, kam in 15 Prozent der Fälle vor, speziell bei Fachärzten. Davon betroffen sind vornehmlich GKV-Versicherte.