Studie: Zusatzbeitrag schadet dem Image der Krankenkassen
Studie: Zusatzbeitrag schadet dem Image der Krankenkassen

Erstmals seit über sechs Jahren sind die Deutschen wieder spürbar unzufriedener mit ihrem Gesundheitssystem. Das zeigt die sogenannte Continentale-Studie 2011. Dabei handelt es sich um eine Langzeitstudie, welche jährlich im Auftrag der Krankenversicherung Die Continentale von TNS Infratest durchgeführt wird. Bereits im Jahr 2004 konnte die Studie in Deutschland ein ähnliches Stimmungstief verzeichnen, nachdem in der Bundesrepublik die Praxisgebühr eingeführt wurde. Experten vermuten nun, dass der Zusatzbeitrag in 2010 und 2011 für den Missmut der Bevölkerung gegenüber dem Gesundheitswesen verantwortlich sein könnte. Neben den steigenden Kosten im Gesundheitswesen zeigten sich die Befragten auch mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen unzufrieden. Auffällig ist zudem die pessimistische Einstellung der Deutschen hinsichtlich der kommenden Entwicklung des Gesundheitswesens. Rund 76 Prozent gehen davon aus, dass durch das gegenwärtige Gesundheitsystem die Gesundheitsversorgung in naher Zukunft nicht mehr sichergestellt werden könne.

Zu wenig Leistungen für zu hohe Beiträge

Bei der diesjährigen Befragungswelle der Studie gaben 36 Prozent der gesetzlich Versicherten an, mit den Leistungen ihrer Krankenkasse nicht einverstanden zu sein. Die sind vier Prozentpunkte mehr als 2010. Eine erhebliche Verschlechterung konnte auch hinsichtlich der Beiträge festgestellt werden. 2010 waren noch 44 Prozent mit den Beiträgen der Krankenkasse unzufrieden. In diesem Jahr sind es bereits 47 Prozent.

Zusatzbeitrag sorgt für Unmut

Laut Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentalen, sei vor allem der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen der Auslöser für die Missstimmung der deutschen Bevölkerung. Zwar sei derzeit nicht vorhersehbar, ob die gegenwärtige Meinungslage eine vorübergehende Entwicklung oder einen langfristigen Trend darstelle. Bereits in den Jahren zuvor hätte sich aber gezeigt, dass bei sichtbaren, plötzlichen Kostenerhöhungen die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem rapide absank. So seien die Effekte des Zusatzbeitrages sehr ähnlich zu den Effekten der Praxisgebühr. Diese wurde 2004 eingeführt und sorgte für ein deutliches Stimmungstief in der Bevölkerung. Bei allmählichen Beitragssteigerungen, wie bei Beitragserhöhungen, traten diese Effekte bisher nicht auf, obwohl diese für den einzelnen letztendlich viel teurer sind.

Alamierende Ergebnisse

Nach Bauer könnten die Ergebnisse der diesjährigen Studie keinen Anlass zur Freude geben. Zur Erhaltung des deutschen Gesundheitswesens benötige man nicht nur eine starke und gesunde private Krankenversicherung sondern auch eine ebenso aufgestellte gesetzliche Krankenkasse, welche von ihren Versicherten akzeptiert wird. Besonders vor dem Hintergrund des mangelnden Vertrauens der Bevölkerung in das Gesundheitswesen seien die Resultate der Studie 2011 sehr besorgniserregend.

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