Trotz Zusatzbeitrag Boni von über 50.000 Euro
Trotz Zusatzbeitrag Boni von über 50.000 Euro

Trotz Zusatzbeitrag Boni von über 50.000 EuroDie momentane Finanzkrise ist scheinbar spurlos an den Vorständen der gesetzlichen Krankenkassen vorbeigegangen. Laut der gestrigen Veröffentlichung im „Bundesanzeiger“ haben etliche Mitglieder der Krankenkassenvorstände deutliche Gehaltserhöhungen zu verzeichnen – und das trotz Zusatzbeitrag und finanziellen Problemen. Spitzenverdiener waren die Vorstände der Ersatzkassen und der Ortskrankenkassen. Laut der Statistik der gesetzlichen Krankenversicherungen hätten einige Vorstandschefs Boni im Wert von etwa 50.000 Euro erhalten. Darüber hinaus werden den Vorsitzenden laut der aktuellen Veröffentlichung auch jährliche Pensionen von über 100.000 Euro gewährt. Die Veröffentlichung der Gehälter erscheinen im März jedes Jahres im Bundesanzeiger, dem offiziellen Bekanntmachungsorgan der Bundesbehörden. Über die jeweiligen Gehälter der Führungspositionen entscheiden die Verwaltungsräte der entsprechenden gesetzlichen Krankenkassen

Spitzenverdienste von über 250.000 Euro

Top-Verdiener des vergangenen Jahres war der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen, mit einer Gehaltssteigerung von etwa 25.000 Euro. Der Vorsitzende erhielt 2009 dadurch ein Jahresgehalt von rund 271.000 Euro. DAK und Barmer GEK zahlten ihren Führungskräften rund 4000 Euro mehr. DAK-Vorsitzender Herbert Rebscher verdient mittlerweile rund 235.000 Euro jährlich. Birgit Fischer, Chefin der Barmer GEK, erhielt ein jährliches Gehalt von etwa 203.000 Euro.

Hohe Boni in AOK und BKK

Auch die AOK hat im vergangenen Jahr erhebliche Prämien vergeben. Vorstandschef der AOK Bayern, Helmut Platzer erhielt zu seinem Gehalt von 176.000 Euro einen Bonus von 50.820 Euro. Rolf Steinbronn, Leiter der AOK Plus (Sachsen/Thüringen) erhielt einen ähnlich hohen Bonus. Der Vorstandsführende bezog neben seinem jährlichen Gehalt von 179.500 Euro noch eine Prämie von 47.880 Euro.

Wilfried Jacobs, Krankenkasse AOK Rheinland-Hamburg, bekam ca. 2000 Euro mehr als im Vorjahr und auch Martin Litsch Leiter der AOK Westfalen-Lippe konnte einen Bonus von 2000 Euro verzeichnen. Der BKK Landesverband zahlten dem Vorsitzenden Jörg Hoffmann darüber hinaus ein Gehalt von 175.000 Euro und eine Zusatzprämie von 45.000 Euro.

Zahlung von großzügige Pensionen

Zusätzlich sind auch die Pensionsregelungen für die Vorstände sehr großzügig ausgefallen. Die Barmer GEK garantiert allen drei Vorständen unter Anrechnung weiterer Versorgungen eine Pension von ca. 8.200 Euro monatlich. Die AOK Bayern gewährleistet ihrem Vorsitz eine Rente von 60 Prozent des Grundgehaltes, das sind derzeit etwa 105.600 Euro im Jahr. Auch den weiteren Vorständen der verschiedenen AOK-Unternehmen werden ähnliche Pensionen ausgezahlt.

Sprecher verteidigen die Gehaltszahlen

Athanasios Drougias, Sprecher der Barmer GEK, bestätigte die aktuellen Zahlen und verteidigte das Vorgehen der Krankenkassen. Gute Leute bekäme man nicht zum Nulltarif, erklärte Drougias. Auch DAK-Sprecher Gerd Reinartz wehrte die Vorwürfe ab. Die DAK habe 14 000 Mitarbeiter, bei einem Unternehmen dieser Größenordnung würde man woanders ganz andere Gehälter bezahlen, so der Sprecher.