Unfall
Bande provoziert Autounfälle © panthermedia.net / vpvhunter

Eine organisierte Bande soll im Großraum Aschaffenburg circa 200 Verkehrsunfälle manipuliert haben. Wie die unterfränkische Polizei ermittelte liegt der Schaden auf Seiten der Versicherung bei rund einer Million Euro. Bereits Anfang September nahm die Polizei zwei der Drahtzieher fest. Sie sitzen jetzt in der Justizvollzugsanstalt.

Insgesamt 85 Beschuldigte

Bereits seit 2008 soll eine Bande von Betrügern Verkehrsunfälle rund um den Raum Aschaffenburg und der Grenze zu Hessen fingiert haben. Die Polizei berichtet, dass es um circa 200 provozierte Unfälle und Kasko-Schäden geht. Oft waren beide Unfallbeteiligte in das Verbrechen eingeweiht. Auf Seiten der Versicherungswirtschaft ist von einem Schaden von rund einer Million Euro auszugehen. Versicherungen wurden gefälschte Gutachten vorgelegt. Gegen 40 von insgesamt 85 Beschuldigten hat die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg bereits eine Anklage erhoben. Der Kreis der Täter ist riesig, die Versicherungsbetrüger gut organisiert.

Anonyme Mitteilung

Im Jahr 2013 ging ein anonymer Hinweis bei der Kriminalpolizei in Aschaffenburg ein. Erst daraufhin stieß die Polizei auf das organisierte Verbrechen. Männer als auch Frauen sollen daran beteiligt sein. Der Inhaber der Kfz-Werkstatt, in der viele Reparaturen nach den Unfällen erfolgten, ist ebenfalls unter dem Kreis der Verdächtigen. Mit einem Großaufgebot griff die Polizei 2014 ein und nahm 13 Personen vorläufig fest. 2015 folgten neue Ermittlungen mit Durchsuchungen. Seit April laufen gegen 60 Personen strafrechtliche Ermittlungen. Diese Zahl wurde nun auf 85 korrigiert. Auch der Verdacht des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs steht im Raum.

Täter unterschätzen Konsequenzen

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) geht in Deutschland beim Versicherungsbetrug von einem Gesamtschaden von rund vier Millionen Euro aus – allein im Bereich Schaden- und Unfallversicherung. Dabei weist der Verband darauf hin, dass auch „unscheinbare“ Fälle für diese hohe Zahl verantwortlich sind. Viele der Täter unterschätzen, so der GDV, die Konsequenzen der Straftat. In besonders schwerwiegenden Fällen kann eine Freiheitsstrafe von 10 Jahren drohen.