Sturmtief Joachim hat Deutschland einige bange Stunden beschert: Bis in den Samstag hinein galten vor allem im Süden und in der Mitte Deutschlands hohe und höchste Unwetterwarnstufen. Die Unwetterzentralen warnten bereits im Vorfeld vor ergiebigen Niederschlägen, Schnee, eisglatten Straßen – und vor allem vor starken Winden bis hin zu orkanartigen Böen. Autobesitzer sind bei solch extremen Bedingungen gleich mehrfach gefordert: Wer unbedingt fahren muss, hat mit extremen Bedingungen wie starken Seitenwinden und glatten Straßen zu kämpfen, die schnell zum Kontrollverlust über das Fahrzeug führen können. Zum anderen kann es leicht passieren, dass ein Auto – auch wenn es auf einem Parkplatz steht – durch herabfallende Äste, umstürzende Bäume und andere Verkehrsteilnehmer beschädigt werden kann. Schnell stellt sich dann die Frage: Wer zahlt’s?

Grundsätzlich gilt: Besteht kein Kaskoschutz, müssen Autofahrer die Schäden am eigenen Fahrzeug, die bei einem Sturm auftreten können, aus eigener Tasche zahlen. Denn: Die Kfz-Haftpflichtversicherung ersetzt ausschließlich Schäden, die Dritten bei einem Unfall entstehen.
Wird ein parkendes Fahrzeug durch Dachziegel, Äste, Bäume usw. beschädigt, ist das ein Fall für die Kaskoversicherung. Die Vollkaskoversicherung springt in jedem Fall ein und übernimmt den Schaden. Dabei werden die Schäden im Regelfall als Teilkaskoschaden abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung reguliert, sodass die Schadenfreiheitsklasse nicht in Gefahr ist. Bei der Teilkasko ist es in der Regel so, dass Schäden überhaupt erst ab einer Windstärke von 8 übernommen werden.
Schon anders sieht die Lage aus, wenn das Fahrzeug in Bewegung, ggfs. auch durch einen Fahrfehler beschädigt wird. Wenn z.B. das Auto von starken Seitenwinden abgedrängt wird oder man gegen einen Baumstamm fährt, ersetzt ausschließlich die Vollkaskoversicherung den Schaden. Vorausgesetzt es liegt keine grobe Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz vor.

Tritt ein Schaden am Auto infolge eines Sturmes ein, sind die Versicherten dazu verpflichtet, den Schaden zu begrenzen. Wichtig ist es, alle Beschädigungen zu dokumentieren und die Autoversicherung schnellstmöglich über den Schadensfall zu informieren. Wer eine Garage oder ein Carport besitzt, das Auto aber auf der Straße abgestellt hat, muss sich Nachfragen vonseiten der Versicherung gefallen lassen und u.U. damit rechnen, dass der Schaden nicht oder nur anteilig reguliert wird.