Die „Studie private Krankenversicherer (April 2012)“ des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) wurde vom Nachrichtensender n-tv in Auftrag gegeben. Für die Analyse wurden die 20 größten privaten Krankenversicherungen auf ihren Service, ihre Tarife und ihr Preis-Leistungs-Verhältnis im März 2012 getestet. In Zusammenarbeit mit den Ratingagenturen Franke und Bornberg konnte so eine umfassende Bewertung ermöglicht werden. Insgesamt fanden etwa 600 Servicekontakte statt, wobei jeweils 31 Tester für die Überprüfung eines Versicherers eingesetzt wurden. Erfreulich ist, dass alle privaten Versicherer im Vergleich zur letzten Analyse ihren Service weiter verbessern konnten. Jedoch reichte es auch dieses Mal nur für ein befriedigendes Gesamturteil. Auffällig waren vor allem die großen Unterschiede hinsichtlich der Kosten und Leistungen der einzelnen Unternehmen.

Preis entscheidet nicht über Höhe der Leistungen

Bei Tarifen ohne Selbstbehalt waren Einsparungen von mehr als 50 Prozent möglich, jedoch sei der Preis kein guter Qualitätsindikator mehr, da höhere Beiträge nicht immer auch bessere Leistungen versprechen würden. Die DISQ-Studie betont, dass Verbraucher die Entscheidung für eine private Krankenversicherung nicht von der Höhe der Beiträge abhängig machen sollten. Vielmehr sollte der Einzelne darauf achten, welche Leistungen ihm wirklich wichtig sind und was er bereit ist darfür zu bezahlen.

AXA als beste „private Krankenversicherung 2012“ gekührt

Testsieger der DISQ-Studie und damit „Bester privater Krankenversicherer 2012“ wurde die AXA. Das private Versicherungunternehmen überzeugte im Grundschutz-Tarif vor allem mit dem besten Leistungsangebot und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Barmenia wird Service-Sieger

Platz zwei belegt der Münchener Verein, welcher außergewöhnlich gute Leistungen beim Standardschutz bot. Zudem ermöglichte das Unternehmen den besten Service hinsichtlich von E-Mail-Anfragen. Den dritten Platz erhielt die Hallesche, welche ein besonders attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis im Top-Tarif bot. Allgemeiner Service-Sieger wurde die Barmenia, welche als einzige getestete private Krankenversicherung ein gutes Ergebnis erhielt.

Individuelle Betreuung kommt zu kurz

Insgesamt hätte sich der Service aller untersuchten privaten Versicherungen verbessert, so die Studie. Jedoch reichte es auch in diesem Jahr nur für das Durschnittsurteil “befriedigend”. Spürbar kompetenter zeigten sich die Mitarbeiter der Unternehmen hinsichtlich der Telefonanfragen. Hier konnte eine Steigerung der vollständigen Auskünfte um etwa vier Prozentpunkte festgestellt werden. Großes Problem bleibe jedoch weiterhin, dass die Service-Kräfte zu wenig auf die individuellen Probleme der Versicherten eingingen, kritisierte die Studie. Dies zeigte sich besonders deutlich im Bereich der E-Mail-Anfragen. Hier wurden meist nur Standardtexte versendet.